Neckartailfingen
Wer hatte den ältesten Oldtimer in Neckartailfingen?
Beim Oldtimertreffen des Sängerbunds Neckartailfingen kamen die Freunde alter Fahrzeuge wieder auf ihre Kosten.
NECKARTAILFINGEN. Beim 28. Oldtimertreffen des Sängerbundes Neckartailfingen konnte man am Sonntag rund 300 Old- und Youngtimer in Form von Autos, Motorrädern, Mopeds, Mofas, Traktoren und Klein-Lkws hautnah bestaunen. Nebenan sorgten die Musiker der Kleinen Blechmusik im Schwanen-Biergarten für die musikalische Umrahmung.
Die Mitglieder des lokalen Sängerbundes und das Team von Schwanen-Biergarten-Wirt Jochen Heilemann waren für das leibliche Wohl der vielen Gäste aus ganz Baden-Württemberg verantwortlich. Hunderte Fahrzeugbegeisterte fanden am Sonntag den Weg an die idyllisch gelegene Neckartailfinger Neckarallee. Entweder als stolze Aussteller ihrer Old-/Youngtimer, oder als interessierte Besucher.
Das Geheimnis des Erfolges
„Unser Oldtimertreffen ist auch deshalb so gut besucht, da wir weder von den Ausstellern eine Startgebühr, noch von den Zuschauern Eintritt verlangen“, freute sich der Sängerbund-Vorsitzende Wolfgang Kehrer über die gute Resonanz des Oldtimertreffens. „Oldtimertreffen und Biergarten befruchten sich gegenseitig“, ergänzte Sängerbundkollege Udo Müller.
Gut ergänzt haben sich auch die beiden wegen ihrer Größe sofort ins Auge stechenden, direkt nebeneinander stehenden Fahrzeuge von Ralph Gravenstein und Andreas Klink. Beide Autofreaks besitzen sogenannte „Full-Size-Amerikaner“. Diese haben ihren Ursprung in den Sechziger- und Siebzigerjahren, als in den USA die Autos immer größer wurden, und die sogenannten „Straßenkreuzer“ entstanden sind.
Stolzer Besitzer eines solchen Chrysler Three Hundred, Baujahr 1970, ist der aus der Nähe von Villingen-Schwenningen kommende Ralph Gravenstein. Nebenan stand der Buick Electra 225, Baujahr 1968, des Neckartailfingers Andreas Klink. „Beide Exponate waren die Spitzenmodelle ihrer Produktreihen, und damals harte Konkurrenten am amerikanischen Automarkt“, erklärt Autofachmann Klink. Die Fahrzeuge des Neckartailfingers und seines Autokollegen aus Villingen-Schwenningen stechen dem Betrachter hauptsächlich wegen ihrer 5,70 Meter Länge und ihrer zwei Meter Breite ins Auge. Dass jedes Auto jeweils zwei Tonnen wiegt, kann man nur erahnen.
Amerikanischer Kraftprotz und italienischer Floh
Das Kontrastprogramm zu den beiden amerikanischen Schwergewichten bildet ein schnuckeliger Fiat 500 des Ehepaars Eisert aus Reudern. Rudi Eisert hat den Italiener vor sechs Jahren seiner Sigi zum 60. Geburtstag gekauft. „Ich musste das 1971 gebaute Fahrzeug komplett restaurieren“, berichtet Rudi Eisert, der sein seit zwei Jahren wieder in Betrieb befindliches Schmuckstück regelmäßig auf Oldtimertreffen präsentiert.
Über 100 Jahre alt ist die als Zweitakter 300 Kubik Hubraum besitzende Gillet des Unterensingers Werner Thumm. Bei dem in den 1920er-Jahren in Belgien gebauten Motorrad sorgt noch eine Karbidlampe für Licht. Und so besitzt jedes der 300 in Neckartailfingen präsentierten Fahrzeuge seine eigene Geschichte, von denen die Fahrzeugliebhaber beim 28. Neckartailfinger Oldtimertreffen so manche erzählt bekommen haben.
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