Altdorf
Mallorca-Star Isi Glück macht Altdorf zur Insel
Isi Glück – eine Frau wie ein Gewitter. Trotz einer Stunde Verspätung brachte der Hauptact der dritten XXL-Mallorca-Party auf dem Altdorfer Wasen die Kaltlufthalle zum Beben. Für das authentische Malle-Feeling sorgten die 1200 Gäste in ihren schrägen Insel-Outfits.
ALTDORF. Tennis-Socken in Badelatschen, Hawaii-Hemd und blinkende Bunny-Ohren – jeder zweite Gast im Original-Shirt von Bierkönig oder Megapark, gefühlt tausend Sonnenbrillen in Herzform, das Basecap mit Propeller obendrauf, Omas beleuchteter Stehlampenschirm als Kopfbedeckung, Abtanzen auf dem kippeligen Barhocker und Cocktails bis zum Abwinken. Für ein paar Stunden zoomen sich die rund 1200 Gäste der XXL-Mallorca Party auf dem Altdorfer Wasen zurück zu „Sommer-Sonne-Meer-eyoh, was geht?!“
Unter Schnipsel-Regen und oszillierenden Lasern singt das aufgeheizte Publikum schon mal lauter als der Act auf der Bühne, von „YMCA“ und „Cotton-Eye Joe“ über „Major Tom“ bis „Ich will schon wieder nicht in den Flieger, la-la-la!“. Entertainer wie Julian Benz, Kreisligalegende und Malin Brown stehen für den Ballermann-Zirkus mit Partyhits wie „Baby ich fliege – Malle ist Liebe“, „Pyrotechnik“ oder „Hau mich weg“.
Ein Temperament, das Felsen sprengt
Vielleicht etwas weit hergeholt: Der schnatternde Delfin im Hintergrund der wummernden Party-Version von „Let it be“? Gedacht als Überleitung zum Haupt-Act des Abends: Isi Glück, die Prinzessin vom Megapark Mallorca. Gelernte Sport- und Fitness-Kauffrau, Versicherungsmaklerin, ehemalige Miss Germany, Party-Schlagersängerin aus Leidenschaft und finanzieller Überzeugung. Zierlich, mit wallender Löwenmähne und einem Temperament, das Felsen sprengt. „Was mir an diesen Dorfpartys am besten gefällt ist, dass jeder alles mitmacht“, lobt die Wahl-Mallorquinerin, die seit Kurzem auch Teil der „Deutschland sucht den Superstar“-Jury ist und ein selbstbewusstes Statement als Titelstar im Playboy abgibt.
„Bisschen lauter, bisschen schneller, bisschen heller“ feiert die gebürtige Schleswig-Holsteinerin auf der Bühne in Altdorf ihre Sehnsucht nach den Balearen: „Handys weg, dann habt ihr mehr Freiheit für die Hände“. Für Isi Glück ist „das Leben ’ne große Party“. Ihre eigenen Mega-Hits wie „Oberteil“, „Delfin“ „Knicklicht“ oder „Mallekind“ brennt sie in ihrem 45-minütigen Auftritt zusammen mit legendären Party-Hymnen ab wie ein Feuerwerk. In einer Partykultur, in der man sich gerne mal im Chor mit „bitte-danke“ angrölt.
Was ist anders auf Mallorca?
Alessa und Nadin vom Tennisverein in Altdorf haben Isi letztes Jahr im Megapark live gesehen: „In Deutschland ist das alles anders als auf Malle, eher ein geschlossener Kreis“.
Die acht Fußballfrauen vom TB Neckarhausen träumen von einem Revival ihrer letzten Mallorca-Sause zu aktiven Zeiten: „Da haben wir’s krachen lassen!“
Alles „Isi“ auf dem Altdorfer Wasen: „Was eine klassische Dorfparty ausmacht, sind die sympathischen Leute, die wissen, was sich gehört – in den meisten Fällen“, meint Security-Mann Sven Simroth. „Wir hatten hier bei drei Veranstaltungen gar keine Vorfälle. In Stuttgart läuft das viel komplizierter, auch mit Polizeieinsatz. Es gibt inzwischen sogar ein paar Stammgäste, die uns wiedererkennen und sich mit uns unterhalten.“
Fabian Stickel und Tim Weiss arbeiten an der Theke im Biergarten: „Es wird immer eingespielter, auch in der Logistik.“ Die aktiven Spieler sind entspannt und loben die freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem Planer „37 Grad-Events“. Von ihm stammt auch das einheitliche Outfit der „Altdorfer Jungs“. Tim Weiss: „Ich finde es schön, dass wir so viele Leute hier bedienen, wie Altdorf Einwohner hat.“
Der Wasen soll der neue Brezelmarkt werden
Der Wanderzirkus der Malle-Diven wird in aller Regel schon ein Dreivierteljahr im Voraus im Paket gebucht. Für Isi Glück war der veranstaltende TSV Altdorf 2024 zu spät dran, jetzt ist sie da. „Es wird schwierig, das für das nächste Jahr zu toppen“, meint Abteilungsleiter Dietmar Köhler. Seine persönliche Vorliebe gilt zwar eher AC/DC, Queen, Springsteen oder der Neuen Deutschen Welle. Aber darum geht es hier nicht: „Zweimal hinhören – mitmachen und Gaudi haben“. Und ja, doch: „Wir waren vor zwei Jahren Vorreiter bei den Malle-Partys in der Umgebung“, meint der Organisator nicht ganz ohne Stolz: „Der Gaul ist nicht totzureiten. Was uns abhebt: Wir haben einen Biergarten, der was hermacht. Das wirtschaftliche Risiko ist hier überschaubar. Wir wollen, dass der Wasen genauso einen Status bekommt wie beispielsweise der Brezelmarkt in Altenriet“. Dafür begibt sich Dietmar Köhler gerne in diesen „ganz eigenen Malle-Kosmos“.
Die Aktiven bekommen einiges organisiert
Klar waren die Aktiven zum Spieler-Ausflug auf Mallorca: „Jeder freut sich auf das Fest. Jeder ist gerne dabei“, sagt Köhler: „Was die Organisation anbetrifft, sind wir erprobt. Beim Sennerpokal stehen auf dem Parkplatz bis zu 4000 Fahrzeuge. Das leisten alles nur die Aktiven. Sie sind das Rückgrat.“ Und wie es so ist auf dem Land, wird in Altdorf auch spontan mit Radlader und Traktor ausgeholfen. Das große Plus der Malle-Partys: „Ich habe auf Mallorca noch nie erlebt, dass es eskaliert ist. Alle kommen zum Feiern. Alle wollen Spaß haben. Das hat nichts Aggressives“, betont der TSVler. „Das Malle-Feeling umarmt dich einfach so lange mit la-la-la und heißen Pipi-Langstrumpf-Beats, bis du vergisst, wer du eigentlich bist.“ Am Samstag, 19. Juli, ging die Party auf dem Wasen weiter. In der Kaltlufthalle war die 80er- und 90er-Party angesagt.