Frickenhausen
So weiht Frickenhausen seine neue Ortsmitte ein
Das Fleckenfest lockte Tausende zum Feiern auf den Platz im Herzen des Ortes.
FRICKENHAUSEN. Das ging schnell. Nur zwei Schläge brauchte Bürgermeister Simon Blessing, um das Bierfass zum Sprudeln zu bringen. Ein würdiger Auftakt am Samstagabend zum ersten Fleckenfest in der neuen Mitte, dem insgesamt 37. Für die passende Musik sorgte die Partyband Hochwild.
Die Gäste strömten – und auch der Regen. Immer wieder mussten Tische und Bänke abgewischt werden. Dabei zeigte sich, dass die aufgespannten Sonnensegel auch Regen abfangen konnten – bis die Schwerkraft sie zur Seite kippte und Wasserschwälle nach dem Zufallsprinzip verteilte. Doch das tat der guten Laune keinen Abbruch. Sehr gelungen und kuschelig ist die neue Ortsmitte, eingebettet zwischen Rathaus und Kirche. Mauern und Findlinge haben Plateaus entstehen lassen, auf denen die Stände aufgebaut waren, die aber dennoch barrierefrei erreichbar sind.
Die Vereine bespielen den neuen Platz
In der Mittleren Straße standen die ersten Holzhütten und bildeten ein Spalier auf dem Weg zum zentralen Platz. Im neuen Ortskern entstanden nach jahrelangen Überlegungen und Planungen neue Mehrfamilienhäuser, ein Spielplatz mit Holzturm, Gewerbeeinheiten und eine zentrale Tiefgarage, die während des Fests kostenlos nutzbar war. 2024 war die neue Ortsmitte eingeweiht worden. „Es ist einfach herausragend, wie die Vereine sich in kurzer Zeit auf den neuen Platz eingestellt haben und wie gut alle mitmachen“, betonte Blessing. Das Fest stehe und falle mit den Vereinen.
Der Bürgermeister dankte auch den Spendern. „Glücklicherweise haben wir noch ein Förderprogramm gefunden. Außerdem beteiligt sich die Gemeinde mit 10.000 Euro, dem Bauhof und der Verwaltungsleistung. Dadurch können die Vereine ohne Risiko ihre Gewinne einfahren.“
Der gesamte Platz sei barrierefrei und so angelegt, dass Kinder gefahrlos herumspringen könnten. „Außerdem sperren Poller und Fahrzeuge die Zufahrt zuverlässig ab, falls es jemandem einfallen sollte, hier reinzudonnern“, so Blessing. Ganz bewusst sei für den Dorfhock ein Areal mit Musik sowie auch eine ruhigere Zone geschaffen worden, für alle, die sich vor allem unterhalten wollten. Nach seinem „ersten Fassanstich mit Regenschirm“ begrüßte der Bürgermeister als Ehrengäste die Bundestagsabgeordneten Matthias Hiller (CDU) und Nils Schmid (SPD), CDU-Landtagskandidatin Maren Steege, Mitglieder des Gemeinderats sowie den Träger der Gemeindeverdienstmedaille Hermann Dorfschmid.
Kreative Angebote überall
Blessing dankte den Vereinen, Spendern, Verwaltung und Bauhofmitarbeitern. Waffeln und Pizza des Turn- und Sportvereins, die Steaks des 1. FC Frickenhausen und der Schwabengyros des Fördervereins GMS dufteten verführerisch. Der Musikverein bot Currywurst und Pommes an und hatte Fotos von vergangenen Auftritten und Ausflügen ausgestellt. Für viele war es eine Gaudi, sich selbst wiederzuentdecken. Der Handharmonika-Club hatte „Fleckenburger“ im Angebot, das DRK Kässpätzle.
Am Sonntagnachmittag verwöhnte der Liederkranz seine Gäste mit Kaffee und Kuchen. Für die Kinder hatte „Luftballon Bino“ unter anderem Airbrush Tattoos parat. Ein Eiswagen begeisterte natürlich auch Erwachsene.
Das Jugendhaus Stairs, eine Einrichtung des Kreisjugendrings Esslingen, war am Samstag mit Kicker, Spielkonsole und Liegestühlen vor Ort. Zusammen mit CVJM, Leben inklusiv und der Stiftung Tragwerk bauten Jugendhausleiterin Lea Rüter, Schulsozialarbeiterin Eva Zimmermann und Standortleiter Ralf Schäfer am Sonntag noch eine Buttonmaschine, eine Spielstraße und eine Folie zum Graffiti-Sprayen auf. „Ich finde wichtig, an so einem Tag in Kontakt zu kommen und miteinander zu reden“, sagte Schäfer. Der Sonntag startete bei bestem Wetter mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst. Ein buntes Programm der Vereine folgte, bevor die Jugendband „Genial daneben“ den Tag mit Musik beschloss.
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