Landkreis Esslingen
Neue Alarm-Sirenen lassen auf sich warten
Nur fünf von 22 Kommunen erhielten bisher Fördergelder für neue Sirenenanlagen. Diese sollen in Katastrophen- und Brandfällen alarmieren. Die Feuerwehren im Landkreis Esslingen sind hingegen gut gewappnet.
Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal stellten nicht nur Bund und Länder, sondern auch die Städte und Gemeinden im Landkreis Esslingen fest, dass vielerorts die Warninfrastruktur nicht mehr intakt ist. Viele Sirenen sind stillgelegt oder schlicht nicht mehr vorhanden. Die Nachfrage nach neuen Sirenenanlagen stieg deshalb und der Bund stellte 90 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.
Für Baden-Württemberg gab es rund 11,2 Millionen Euro. 22 Städte und Kommunen aus dem Landkreis Esslingen beantragten knapp über 1,7 Millionen Fördergelder für neue Sirenen. Bisher wurden vom Regierungspräsidium lediglich 101 650 Euro an fünf Gemeinden bewilligt. In einem ersten Schwung erhielten die Gemeinden Altbach, Filderstadt und Kohlberg den Förderbescheid, im zweiten berücksichtigte das Regierungspräsidium die Kommunen Wernau und Bissingen.
Die Stadt Nürtingen hatte ebenfalls Fördergelder für ein Sirenennetz beantragt, diese wurden jedoch nicht bewilligt. Wie von Pressesprecherin Juliane Kunz zu erfahren war, wolle die Verwaltung dennoch tätig werden.
Im Notfall setzt die Stadt bisher auf persönliche Alarmierung. Juliane Kunz präzisiert: „Im Rahmen der Hochwasseralarmplanung werden bei Neckarhochwasser die betroffenen Anwohner telefonisch informiert. Ansonsten würde per Lautsprecherwagen gewarnt.“ Des Weiteren ist die Stadtverwaltung laut Pressesprecherin überzeugt, dass Zivilschutzeinrichtungen wieder aufgebaut werden müssen.
Kohlberg setzt neben den bekannten Warn-Apps wie „Nina“ oder „Katwarn“ weiterhin auf die Warntöne der Sirenen. Deshalb heulen diese seit September des vergangenen Jahres wieder regelmäßig, um die Bevölkerung auf das Thema Sirenen und deren Bedeutung aufmerksam zu machen und die technische Funktionsfähigkeit der Sirenen in gleichbleibenden Abständen zu überprüfen.
Aus diesem Grund wird jeweils am ersten Samstag im Monat um 12 Uhr ein Probealarm über die integrierte Leitstelle in Esslingen ausgelöst. Bürgermeister Rainer Taigel freut sich über die erhaltenen Fördermittel: „Wir überprüfen derzeit verschiedene Angebote für Sirenenanlagen.“ Zeitlich gibt es bezüglich der Installation keinen Stress, wie der Schultes bestätigt: „Der Engpass könnte bei den Firmen entstehen, die diese anbieten und installieren. Es könnte aus diesem Grund auch 2023 werden, bis die neuen Sirenen auf den Dächern stehen. Das ist nicht schlimm, weil die bisherigen ja funktionieren und die Warnung der Bevölkerung sichergestellt ist.“
Vom auf- und abschwellenden Alarmsignal der Sirenen könnten auch die 44 Gemeindefeuerwehren mit 83 Standorten im Kreis profitieren. Der scheidende Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich ist mit der Entwicklung des Feuerlöschwesens zufrieden. „Wir konnten viele Fahrzeuge neu beschaffen und die Schutzausrüstungen optimieren.“
Außerdem gelinge die Vernetzung der Feuerwehren mittlerweile sehr gut und die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen funktioniere. „Der Bestand an Feuerwehrangehörigen im Landkreis steigt seit Jahren kontinuierlich“, betont Bernhard Dittrich. 3909 ehrenamtliche und 54 hauptamtliche Feuerwehrleute, davon 295 Frauen, stehen Tag und Nacht bereit, im Notfall auszurücken.
Die Werkfeuerwehren freuen sich ebenfalls über steten Zuwachs. „44 Jugendabteilungen mit 953 Jungen und 196 Mädchen sichern den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehren“, beschreibt Bernhard Dittrich die Nachwuchsförderung. Nicht minder wichtig seien aber auch die 1028 Mitglieder der Altersabteilungen.
Zu insgesamt 9582 Einsätzen wurden die Feuerwehrangehörigen im Jahr 2021 gerufen, über 1500 Fälle mehr als im vorangegangenen Jahr. „Die Unwetter im Juni 2021 bescherten uns allein knapp 900 Einsätze“, präzisiert Bernhard Dittrich.
765 Brände mussten im vergangenen Jahr gelöscht werden. Guido Kenner, der ab August das Referat Katastrophenschutz/Feuerlöschwesen von Bernhard Dittrich übernehmen wird, erinnert sich an den Großbrand bei Bosch in Wernau: „Als es im Produktions- und Entwicklungskomplex brannte, eilten rund 200 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst mit 64 Fahrzeugen zu Hilfe.“ Elf Freiwillige Feuerwehren, die Berufsfeuerwehr aus Stuttgart sowie insgesamt acht Werkfeuerwehren bekämpften damals gemeinsam das Feuer in Wernau.
Sehr zufrieden ist Bernhard Dittrich mit dem technischen Stand bei den Wehren. „Die Einführung des Digitalfunks haben wir weitestgehend abgeschlossen, ebenso die Erneuerung unseres Alarmierungssystems POCSAG (Post Office Code Standard Advisory Group).“ Guido Kenner ergänzt: „Mit der Erneuerung sparen wir wertvolle Zeit. Beim Standardalarm ist es eine Minute und bei der Alarmstufe drei sind wir bis zu zwei Minuten schneller.“
Wegen S21 prägen Eisenbahntunnel die Aufgaben des nachfolgenden Kreisbrandmeisters. Im Oktober 2022 geht’s los: Da ist eine Rettungsübung im Albvorlandtunnel der DB-Neubaustrecke Wendlingen–Ulm geplant.
Beuren | 18.05.2022 - 05:30
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Wie kann ein guter Service für die Bürger bei einer immer komplizierteren Rechtslage angeboten werden? Dies treibt gerade die drei Kommunen Beuren, Kohlberg und Neuffen um. Konkret geht es um die Bündelung von Leistungen an einem Standort. Wichtig: Die Trauorte bleiben bestehen.
Wolfschlugen | 18.05.2022 - 05:30
In Wolfschlugen wird das Wasser teurer
In Wolfschlugen erhöhen sich ab 2023 die Frischwasserpreise von 2,74 auf 2,94 Euro pro Kubikmeter. Bei den Abwassergebühren fällt die Preissteigerung sogar noch heftiger aus: beim Schmutzwasser von 2,60 auf 3,25 Euro, beim Niederschlagswasser von 60 auf 70 Cent.