Oberboihingen
Neues Baugebiet mit 33 Grundstücken in Oberboihingen
Der Bebauung des Areals oberhalb der Neuffenstraße steht nun nichts mehr im Weg. Gemeinde will Vermarktung dem Erschließungsträger überlassen.
OBERBOIHINGEN. Im Frühjahr 2022 haben die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet oberhalb der Neuffenstraße begonnen. Mit der Freigabe der Verkehrswege fiel kürzlich der Startschuss für die Bebauung des Gebiets
Es ist ein stolzer Tag für Oberboihingen“, sagte Bürgermeister Ulrich Spangenberg. Er freute sich, dass nun in einer Top-Lage der Gemeinde neue, wertige Bauplätze angeboten werden können. Für Spangenberg ist es nur folgerichtig, dass eine Gemeinde, die wächst, die mit einem Supermarkt, einem Discounter, zwei Bäckern, aber auch Ärzten und einer Apotheke gut dasteht, auch Wohnraum schafft.
Im Neubaugebiet sind es 33 Einheiten. Doppel- und Einfamilienhäuser werden hier auf einer Fläche von 1,7 Hektar entstehen. Alleine die Erschließung kostete rund drei Millionen Euro.
Rebecca Frey von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) resümierte, was sich seit der Verabschiedung des Bebauungsplans alles getan hat. So sei beispielsweise im Zuge der Erschließungsarbeiten auch die dringend sanierungsbedürftige Neuffener Straße runderneuert worden. Für die Umwandlung einer Streuobstwiese in Bauland wurde Ausgleichsmaßnahmen für die gefährdete Feldlerche gemacht, Fledermausquartiere und eine Totholzpyramide angelegt. Außerdem wurden bereits 20 Bäume gepflanzt. Allerdings auf dem Golfplatz in Ohmden. Doch auch um das Neubaugebiet selbst sollen noch 18 Bäume gepflanzt werden, wie Frey mitteilte. „Von den 33 Grundstücken sind noch 25 Bauplätze zu haben“, gab Frey bekannt. Einige Alteigentümer hatten die Option genutzt, sich eines der Grundstück zu sichern. Für alle übrigen Grundstücke liegt im Rathaus eine Vormerkliste aus.
Die Gemeinde ist nicht Eigentümerin der vermarktbaren Grundstücke die KE hat diese erworben und wird sie an Kaufinteressenten weiterveräußern. Für Oberboihingen bedeutet dies, dass der Haushalt nicht durch Grundstücksankäufe belastet wird. Die Firma hat auch auf eigene Rechnung die nun eröffneten Straßen, Wege und Kanäle bauen lassen. Durch den Verkauf der Grundstücke soll dieser Invest refinanziert werden. Wie die Grundstücke vermarktet werden sollen, legte der Gemeinderat bereits im Herbst letzten Jahres fest. Man entschied sich einstimmig für ein gemischtes Verfahren, bei dem die Grundstücke für Doppelhäuser eher nach einem Punktekatalog vergeben werden sollen, bei dem auch soziale Kriterien eine Rolle spielen und Oberboihinger ebenfalls eine Chance erhalten. Die Bauplätze für die Einzelhäuser sollen jedoch an den jeweils meistbietenden Interessenten vergeben werden.
Ursprünglich hatten KE und die Gemeindeverwaltung vereinbart, dass mit einem kreditähnlichen Rechtsgeschäft die Gemeinde für etwaige nicht verkaufte Grundstücke finanziell einspringt. Damit war allerdings die Kommunalaufsicht des Landkreises nicht einverstanden. Denn die finanziellen Auswirkungen seien für die Gemeinde noch nicht ersichtlich. Also hat Oberboihingen eine Gewährleistung übernommen, die jedoch nur dann zum Zuge kommt, wenn die KE nicht alle Grundstücke verkaufen kann. Die Gemeinde musste auch eine Ausfallbürgschaft übernehmen, das war die Bedingung der Banken, der KE einen Kredit zu gewähren. Die Höhe der Ausfallbürgschaft beläuft sich auf die gesamten 6,6 Millionen Euro, die das Finanzierungsvolumen abdeckt. Das Darlehen will die KE über die Grundstückserlöse tilgen.
Die Zinsen für ein Baudarlehen haben sich seit Ende 2021 ungefähr vervierfacht. Sie liegen im Moment, laufzeitabhängig, bei etwa 3,5 bis vier Prozent. Das führte schon dazu, dass sich andernorts Bauinteressenten entschieden haben, von ihrem Bauvertrag zurückzutreten. Dass die Vermarktung in Oberboihingen zäh verlaufen wird, glaubt Felix Bönigk, Prokurist bei der KE, allerdings nicht. Der Bodenrichtwert in Oberboihingen liegt bei 630 Euro.