Leserbriefe

Sperrig, aber mutig

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Bürgerliche Radikalisierung“ vom 17. August.

Der Autor Reiner Ruf hat wohl zeitlebens nicht mehr vor ins Hohenloher Land einzureisen. Er bezeichnet die Region als „politisch sperriges Land“ und die Unternehmen als mittelständisch in Auftritt und Geisteshaltung. Hohenloher seien schon im Bauernkrieg „aufgefallen“ und mit die ersten gewesen, die auch für den Nationalsozialismus empfänglich gewesen wären. Das ist schon starker Tobak und wohl der Tatsache geschuldet, dass CDU, FW und AfD einen gewaltigen Sparpotentialvorschlag gegen die frommen Wünsche unserer Landesregierung und für den Kreishaushalt gemacht haben – wohl nicht ohne Grund.

Ich würde den Kreistag noch zu den politischen Organen einordnen, bei denen es um die Sache geht und nicht um Ideologien. Die Sparvorschläge, die gemacht wurden, zeigen deutlich, wie sich unser System in den guten Zeiten aufgebläht hat und es so nicht mehr weitergehen kann. Die klaren Absagen an die politisch gesteuerte „Zuschusseritis“, was ja letztendlich auch Steuergelder der Bürger sind und unter dem Strich eines Kreishaushaltes nur noch mehr Geld kosten, sind mutig. Hier allein sollen unter anderem 17 freiwillige, bezuschusste Für-Irgendwas-Beauftragten-Stellen auf den Prüfstand. Die Hohenloher sind vielleicht sperrig, aber mutig genug, die Richtung zu weisen, wo am Ende auch andere Landkreise noch landen werden, in Anbetracht der Lage.

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