Peter Scharfenberger, Nürtingen. Zum Artikel „Bürgerbeteiligung nach Nürtinger Art?“ vom 4. August. Stadtentwicklung ist ein spannender Vorgang für alle Beteiligten, Bürger und Einrichtungen einer Kommune. Dabei wird zu oft lediglich an äußere Maßnahmen gedacht, geldwert, bauseitig, materiell und von Dauer. Da dies „durchzubringen“ Mühe bereite, solle man „nicht unnötig Aufhebens machen“ und die Dinge mehrheitssicher vorgekaut auftischen. Abteilung Tarnen, Täuschen und Attacke. Nürtingen ist krank davon. Als ob die Attraktivität Nürtingens am flüchtigen Glanz und Reibach diverser Bau-Denkmale hinge.
Mehr als jede mittelmäßige Baumaßnahme wirkt, wie Bürgerschaft und Stadtentwicklung verstanden und kommuniziert wird. Dieses Selbstverständnis und die Kommunikation betreffs der gewollten, mittelfristigen Entwicklung der Stadt bleibt derzeit in Nürtingen ein Geheimnis zu vieler Beteiligter.
Ich finde, dass die innere Stadtentwicklung ein gemeinsames Thema der Kommunalwahlen 2019 sein soll. Bei der Bundeswehr gab es mal einen lange andauernden Prozess, den man „Innere Führung“ nannte und der den Bürger in Uniform als Leitbild sah. Das hat der Bundeswehr gut getan, das hat der Bundesrepublik gut getan. Uniformen brauchen wir dafür nicht in Nürtingen, aber innere Stadtentwicklung, damit auch innere – wechselseitig lernende – Führung braucht es schon. Das können zu Mauschel- und Hauruckaktionen neigende Herrschaften in politischer Verantwortung nicht wirklich leisten.
Politiker, Parteien die dazu neigen, sollten in sich gehen und ihren Stil aktualisieren. Souveräne Bürger sollten dies von ihren Kandidaten und Vertretern verlangen. Innere Führung, hier im Sinne der inneren Stadtentwicklung, braucht ein auf die Kompetenz seiner Mitarbeiter bauendes Verhältnis und auch die Einsicht, dass miteinander lernen notwendig ist. Menschen in der Stadtverwaltung sind Bürger und auch hier braucht es ein auf die Kompetenz der Bürger bauendes Verhältnis. Auch ein Oberbürgermeister ist Bürger. Alle Vorgänge, die die Stadtentwicklung betreffen, müssen grundlegend für die Bürger transparent gestaltet sein und brauchen daher etwas Zeit. Der Oberbürgermeister und sein Team dürfen sich einfach darauf besinnen, dass auch sie Bürger sind und daher ein Interesse an vollwertiger Teilhabe der Bürgerschaft und Transparenz der inneren Stadtentwicklung haben.
Leserbriefe | 15.10.2026 - 05:00
Wassermangel und Chancen
Bernd Sackmann, Nürtingen. Zum Artikel „Kein Trinkwasser für Sportplätze“ und Kommentar „Keine Lösung gefunden“ vom 1. Oktober.
Der Nürtinger Bauausschuss und Oberbürgermeister Johannes Fridrich haben klug und richtig entschieden. Fußbälle kann man ...
Leserbriefe | 10.10.2026 - 05:00
Endlich in die Gänge kommen
Eberhard Schmid, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Große Pflegereform vertagt: Mehr Beiträge für Kinderlose“ vom 1. Oktober.
Was ist das für eine Regierung, die selbst keine Beschlüsse zustande bringt? Es wird Tag und Nacht zusammen gesessen und dann ...