Leserbriefe

Keine guten Nachrichten

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „Zuckersteuer vorerst gestoppt“ vom 3. Oktober.

Zuckersteuer gestoppt. Klingbeil muss nachbessern. So die Überschrift. Das klingt wie ein Frohlocken. Hat es die CDU der wankelmütigen SPD wiedermal gezeigt? Sind das gute Nachrichten für die Bevölkerung? Wohl kaum. Die Regierung kämpft mit Defiziten im Gesundheitswesen, bei den Krankenkassen, und im Staatshaushalt. Selbst Krankmeldungen stehen im Verdacht, Betrug an der Wirtschaft zu sein. Weil Mangelwirtschaft herrscht, werden Sozialleistungen gekürzt. Das scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, Zuckerlobbyisten im Kanzleramt zu empfangen, die mutmaßen, dass eine Zuckersteuer zu „Kaufhemmnissen führen könnte“. Das wäre vermutlich gesundheitsschädlich für die Wirtschaft. Also weg mit den zusätzlichen 1,5 Milliarden Einnahmen. Dazu kommen weit über 100 Millionen Einsparungen für die Krankenkassen. Mehr als die Hälfte der EU-Länder hat längst eine Zuckersteuer. Was leistet sich diese Regierung da also auf Kosten des Gemeinwohls? Worum geht es, wenn man auf dem Koalitionspartner rumtrampelt? Unglaublich, wie unkritisch und scheinbar neutral die Stuttgarter Nachrichten mit Überschriften und ihrem Informationsauftrag umgehen.

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