Leserbriefe

Kein Vergleich zum Holocaust

Simon Kromer, Wendlingen. Zum Leserbrief „Zeichen setzen gegen Völkermord“ vom 12. August.

Ich weiß nicht, was Herr Främke bei Besuchen von Konzentrationslagern gelernt hat und möchte ihm ehrenhafte Motive unterstellen. Doch Dinge, die der israelische Staat tut und zugegeben nicht immer mit dem Recht auf Selbstverteidigung vereinbar sind, sind ganz sicher nicht „ähnliche Verbrechen“ wie die Vernichtung von sechs Millionen Juden und anderen Minderheiten. Israel ist sehr, sehr weit weg davon, aus rassistischen Gründen Todeszüge mit Palästinensern zu beladen, diese auszurauben und zu vergasen. Stattdessen leben zwei Millionen Araber in Israel mit staatsbürgerlichen Rechten.

Dass Millionen anderer – trotz milliardenschwerer Hilfen, die jährlich ihren Weg nach Gaza und ins Westjordanland finden – oft arm und in großer Gefahr sind, liegt vor allem daran, dass Terrorgruppen wie die Hamas einen tödlichen und kostenintensiven Kampf gegen Israel führen. Abgesehen von punktuellen jüdischen Aufständen unter den Nazis etwa in Sobibor, die lediglich das eigene Leben retten sollten, gab es so einen bewaffneten Kampf der Juden gegen die Nazis nicht. Das Wort würde die Hamas auch nur verharmlosen. In Wort und Tat hat sie mehrfach gezeigt, dass sie den jüdischen Staat Israel auslöschen und nicht Widerstand leisten möchte.

Als Bomben auf den Gazastreifen fielen, war ihr weit verzweigtes Tunnelsystem zivilen Palästinensern verwehrt. Deren Bevölkerung wächst seit Jahren trotzdem, obwohl sie nicht nur durch israelische Bomben, sondern auch durch von Terroristen verminte zivile Gebäude, deren verirrte Panzerabwehrraketen oder verweigerte Evakuierungen in Gefahr ist. Israel begeht eindeutig keinen Genozid. Der Vorwurf beruht letztlich auf einem falsch verstandenen südafrikanischen Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof und „Analysen“, die Quellen sehr selektiv nutzen. Beschämend, 2026 in Deutschland darauf hinweisen zu müssen.

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