Gabriele Kapp, Nürtingen. Zum Artikel „Vieles wird nicht aus Sicht der Opfer gedacht“ vom 30. Juni.
Genau einen Tag vor den sechs Morden in Stade hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung zum Gipfeltreffen auf den Hohenneuffen eingeladen – zu obigem Thema.
Und es kamen nicht nur hochkarätige Dozenten, sondern ebenfalls zahlreiche hochkompetente Vertreter von Politik und Verbänden, die sich hauptberuflich tagtäglich mit den Folgen geschlechterspezifischer Gewalt auseinandersetzen.
Allein die Dokumentation der Gewalt ist – das wurde deutlich – ein anstrengendes Unterfangen, das viel Zeit, Geld und Engagement bindet. Und wir reden hier nur von den angezeigten und damit erfassbaren Fällen. Dazu kommen die Kosten der Betreuung Betroffener, zum Beispiel für Beratung und Frauenhäuser. Im Jahr 2024 mussten nahezu 10.000 Frauen und Kinder in Deutschland abgewiesen werden – niemand weiß, was mit ihnen weiter geschah. Und wir sind hier noch gar nicht bei der Prävention oder gar der Ursachenforschung angelangt.
Auf die Frage von Moderator Nils Schmid an die Betroffenen und Referentinnen, was die Anforderungen an die Politik seien, meinten diese, dass an vielen Stellschrauben gedreht werden müsse – das ist sicher wichtig. Doch damit Zeit, Engagement und Kosten engagierter, kompetenter Menschen der Gesellschaft ein roter, erfolgreicher Faden werden können und nicht mehr länger gegen den Strudel der täglichen patrilinearen Grundspaltung angelebt werden muss, die sich dazu noch täglich zu verschärfen scheint, gibt es eine Stellschraube, die das Potenzial hat, die sozialpolitische Inklusionswende: Matrilinearität – das inklusive Modell unserer vorpatriarchalen Vorfahren, das auch jedem einzelnen Mann Sozialisierung und soziale Vaterschaft ermöglicht. Deshalb: Sofort eine breite Debatte über die maximal inklusive Wirkung von Matrilinearität in Gesellschaft und Politik – damit das Potenzial für wertvolle Kultur auch Früchte tragen kann. Übrigens: Die KI weiß auch Interessantes dazu.
Leserbriefe | 16.07.2026 - 05:00
Missgunst statt Solidarität
Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „Hohe Dunkelziffer bei Sozialhilfebetrug“ vom 13. Juli.
Das Land ächzt unter einer anwachsenden Alterung, weniger Kinder kommen, Migranten werden ausgeladen und ungenügend integriert, und dazu kommt die ...
Leserbriefe | 13.07.2026 - 05:00
Ein Land als Selbstbedienungsladen?
Ansgar Lottermann, Wendlingen. Zum Leserbrief „Gedanken in der Notaufnahme“ vom 1. Juli.
In dem Leserbrief ist ein kleiner, aber nicht unbedeutender Fehler enthalten: Die im Land neu geschaffenen 60 Stellen gehen nicht auf das Konto von CDU und SPD, ...