Joachim Braun, Nürtingen. Zum Artikel „Null Megawatt als ,gutes Zeichen‘“ vom 19. August.
Der Bericht verdeutlicht einmal mehr, wie krampfhaft versucht wird, den Ausbau von Windkraftanlagen in unserer Region durchzudrücken. Dabei werden grundlegende Probleme und reale Umweltrisiken schlicht ausgeblendet.
Zum einen stehen die verhältnismäßig geringen Windgeschwindigkeiten im Landkreis Esslingen in keinem Verhältnis zum massiven Eingriff in Natur und Landschaft. Wer Wälder für breite Zufahrtswege und schwere Fundamente rodet, betreibt keinen Umweltschutz, sondern treibt die Versiegelung und die Belastung unserer Naherholungsgebiete voran. Zudem zeigen Beispiele beim Wegebau immer wieder, welche Mengen an Fremdstoffen, Kunststoffen und Abrieb dauerhaft im Waldboden landen.
Zum anderen ist die unbeständige Einspeisung der Windenergie ein Risiko für unseren Industriestandort. Wenn bei Flauten teure Backup-Kapazitäten einspringen müssen oder Strom importiert werden muss, steigen die Systemkosten für die Bürger und die heimische Wirtschaft immer weiter an.
Anstatt riesige Flächen mit geringer Effizienz zu verbauen und die Lebensqualität vor Ort durch Lärm und Landschaftsverbrauch zu belasten, braucht es eine pragmatische Energiepolitik, die auf verlässliche, flächenschonende Alternativen setzt und die Bedenken der Anwohner ernst nimmt.
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