Leserbriefe

Gedanken in der Notaufnahme

Kurt Reinhardt, Wendlingen. Zum Artikel „Grün-Schwarz weckt mit Stellenplus Zweifel an Sparkurs“ vom 23. Juni.

Gestern spät am Abend saß ich in der Notaufnahme in der Mediusklinik in Nürtingen und war froh und dankbar, dass mir schnell und bestens geholfen wurde. Pfleger und Ärzte hatten mächtig was zu tun, waren trotzdem freundlich, hilfsbereit und bemüht, die anfallenden Arbeiten zu dieser späten Stunde zügig abzuarbeiten. Ich musste noch auf Laborwerte, Arztbrief und mehr warten und kam ins Grübeln. Vor meinen Augen tauchte der Zeitungsartikel wieder auf, in dem berichtet wurde, „CDU und SPD wollen 60 zusätzliche Stellen schaffen“, schön paritätisch auf Grüne und CDU aufgeteilt. Jede Stelle soll im Schnitt mit 100.000 Euro im Jahr vergütet werden. Der Sinn ist nicht klar.

Sind die Regierungsparteien doch die gleichen wie vor der Wahl! Und ich sinnierte weiter: Wer von den hier so eifrigen Mitarbeitern darf wohl am Ende des Jahres ein Salär von 100.000 Euro erwarten? Sie alle tragen eine Menge Verantwortung, arbeiten im Schichtdienst und haben für ihren Beruf sicher sehr viel Zeit und Mühen in ihre Ausbildung stecken müssen. Vermutlich müssen sie noch für das Auto, das sie zur Arbeit gefahren hat, eine Parkgebühr leisten. Und mir fallen wieder die 60 zusätzlichen Stellen ein, die mit 100.000 Euro vergütet werden sollen, und vielleicht kommt das Deutschlandticket als Schmankerl noch obendrauf.

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