Leserbriefe

DDR-Annäherungen – ein Bürgerbegehren?

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Ein Wahlkampf, der vor allem eine Warnung ist“ vom 26. August.

Wenn Politiker den Mund zu voll nahmen und einer finanziell gescheiterten DDR „blühende Landschaften – ad hoc“ versprachen, war für jedermann verständlich, dass hier nur Zuversicht und ein politischer Wille zum Ausdruck kamen. Der Kahlschlag mehr oder weniger maroder Unternehmen und ihre Quasi-Nullveräußerung bei Arbeitsplatzvernichtung traf viele Ost-Mitbürger als Unrecht kapitalistischer Methoden. Dass es als Anreiz für den schnellen Aufbau einer neuen Wirtschaft dienlich war, bedarf keiner Klärung – Gerechtigkeit war aber, wie so oft, für den Ex-DDRler gefühlt zweitrangig.

Inzwischen wurde dem „Neubürger“ durch Jahrzehnte der Osthilfe, jedes einzelnen „Westbürgers“ und Investitionen in allen Bereichen eine akzeptable bis komfortable und erfreulich freie Überlebensgegebenheit überreicht – und das allein mit 1.500 Milliarden Euro öffentlichen Geldern nach 1990.

Dem DDR-Staat wäre über kurz oder lang das Geld ausgegangen, um seine Rechnungen sowie die Alimentationen und Renten zu bezahlen: Macht das Lust auf Vergangenheit oder Ablehnung des gültigen deutschen Staatsvertrags mit seiner Gesellschaft? Bürger, die an diesen Tatsachen vorbeidenken und einen anachronistisch merkwürdigen „DDR-Krieg“ gegen den Rest der Republik (den „Klassenfeind“) führen, sei gesagt, dass diese Art von Fremdfühlen, Gemeinschaftsverkennung, verbunden mit dem Angriff auf unsere Demokratie, eine besondere Art der Undankbarkeit ist, die man am besten damit quittiert, dass man ihnen den Exodus finanziert, denn ein AfD-Osten und seine Westmetastasen sind letztlich eine Verschwörung gegen die Republik. Hier sind Bürger am Werk, die diesen Rechtsstaat nicht verdienen.

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