Leserbriefe

Auch in Nürtingen ist es zu eng

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Wenn die Feuerwehr nicht mehr durchkommt“ vom 29. August.

Oha – da weht in Nürtingen ein wärmerer Wind. Ich hatte erst unlängst wieder die Diskussion mit dem Ordnungsamt, weil zweimal in der Woche ein Lkw für über eine halbe Stunde die Hauptzufahrt zu Kleintischardt blockiert. Während ein Fahrer es schafft, sein Fahrzeug so abzustellen, dass man noch einigermaßen daran vorbeikommt, ist es einem anderen Fahrer egal. Ich hatte das mit Fotos dokumentiert, ausführlich beschrieben, auch, dass ein größeres Fahrzeug mit dem Spiegel am Lkw hängen geblieben ist, weil es zu eng war.

Als es wenige Wochen später wieder so eng war, kam sogar ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Er hatte einen kleineren Pkw – und ich den Meterstab dabei: Nur 2,5 Meter Platz. Ohne abstehende Spiegel. Unser Transporter ist mit Spiegeln 2,48 Meter breit – so breit ist auch ein Rettungswagen, er wäre nicht vorbei gekommen, die Feuerwehr erst recht nicht. Okay, der Lkw kommt nur zum Entladen. Der Fahrer verschwindet aber auch längere Zeit beim Kunden im Haus. Im Ernstfall vergeht viel Zeit, bis er kommt, die Türe verschließt, die Ladebordwand hochklappt, und dann endlich wegfährt. Auch das hatte ich dem Ordnungsamt geschrieben. Ich hatte auch den Vorschlag gemacht, an den Parkplätzen eine Ladezone einzurichten, Dienstag und Freitag von 8 bis 10 Uhr – die Zeit, wo gewöhnlich angeliefert wird. Ist grundsätzlich machbar, wurde aber aus Gründen abgelehnt (unter anderem könnten da auch andere Lieferanten stehen).

Laut einer weiteren Antwort vom Ordnungsamts-Chef ist dies dem durchschnittlichen Verkehrsteilnehmer zumutbar. Mein Eindruck: Gründe gegen eine Handlung sind einfacher zu finden als Lösungen. Nicht einmal eine mündliche Verwarnung an den Lkw‑Fahrer, damit er seinen Lkw platzsparender abstellt, so, wie es der andere Fahrer macht? Mit der Feuerwehr war ich auch in Kontakt. Es wurde auf das Ordnungsamt verwiesen. Außerdem ist es deren Ziel, ein positives Image zu wahren. Dazu würde das „Stellen“ von Parksündern nicht passen.

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