Uwe Jirikowsky, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Im alten Herzen des Aichtaler Hallenbads“ vom 11. Juni.
Der Artikel über das Garten-Hallenbad hat mich nachdenklich gemacht. Nicht wegen des Zustands des Gebäudes, sondern wegen der Frage, wie es so weit kommen konnte. Rost, marode Technik, durchfeuchtete Wände, abplatzender Beton und eine veraltete Heizungsanlage entstehen nicht über Nacht. Solche Entwicklungen sind über Jahre sichtbar. Deshalb geht es nicht zuerst um Sanierung oder Neubau. Die eigentliche Frage lautet: Warum wird diese Diskussion erst jetzt geführt?
Als privater Hauseigentümer kümmere ich mich rechtzeitig um meine Immobilie, bilde Rücklagen und plane Investitionen. Warum sollte das für öffentliche Gebäude anders sein? Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Verantwortung tragen Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderat gemeinsam. Entscheidend ist das Rollenverständnis: Ein Stadtbaumeister sollte die langfristige Infrastruktur im Blick haben, ein Stadtkämmerer die finanzielle Handlungsfähigkeit sichern und der Gemeinderat die Zukunft der gesamten Stadt gestalten. Mehr als fünfzig Jahre nach der Gemeindereform diskutieren wir noch immer oft aus der Perspektive einzelner Stadtteile statt aus der einer gemeinsamen Stadt. Die Debatten um Hallenbad, Campus Weiherbach, Feuerwehrhaus und Grundschulen führen zur gleichen Frage: Was ist die beste Lösung für Aichtal insgesamt? Es geht nicht nur um Kosten, sondern auch um Attraktivität, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit. Das Garten-Hallenbad ist kein bloßer Kostenfaktor, sondern Teil der Infrastruktur, die Aichtal als Wohn- und Lebensort stärkt. Aichtal braucht eine langfristige Infrastrukturstrategie, die regelmäßig fortgeschrieben wird.
Das Hallenbad ist nicht das Problem. Es zeigt, dass nicht nur ein Gebäude in die Jahre gekommen ist – sondern auch unsere Diskussion über die langfristige Entwicklung der städtischen Infrastruktur.
Leserbriefe | 01.07.2026 - 05:00
Ungeschickt und ungerecht
Helmut Hartmann, Nürtingen. Zum Artikel „Diäten der Abgeordneten steigen“ vom 10. Juni.
„Diäten der Abgeordneten steigen“, war die Überschrift in der Zeitung. Dies wunderte mich sehr, da zurzeit in Berlin alle möglichen Anstrengungen unternommen ...
Leserbriefe | 01.07.2026 - 05:00
Wann wacht der Südwesten auf?
Dorothea Lottermann, Wendlingen. Zum Artikel „AfD setzt bei Parteitag auf Geschlossenheit“ vom 8. Juni.
Am 6. Juni fand der Landesparteitag der AfD statt. Nach außen wirkte alles völlig geräuschlos – ganz nach dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“. ...