Sven Rahlfs, Nürtingen. Zum Artikel „Im Südwesten ist die Pflege im Heim besonders teuer“ vom 15. Juli.
Dass Pflegekräfte endlich besser und ihrer schweren Arbeit angemessen bezahlt werden, ist nicht nur richtig, sondern eine Frage des Respekts. Eine gute, tarifliche Bezahlung ist der einzige Weg, um dem dramatischen Fachkräftemangel überhaupt etwas entgegenzusetzen.
Doch es darf nicht sein, dass die grün-schwarze Landesregierung in Stuttgart die daraus resultierenden Kosten eins zu eins an die Pflegebedürftigen und deren Familien weiterreicht. Mit einem durchschnittlichen Eigenanteil von 3657 Euro im ersten Heimjahr ist Baden-Württemberg mittlerweile trauriger Spitzenreiter im Ländervergleich. Für die meisten Betroffenen übersteigt das die eigene Rente bei weitem. Das mühsam Ersparte schmilzt in kürzester Zeit dahin, und am Ende bleibt oft nur der beschämende Gang zum Sozialamt.
Hier versagt die Landesregierung auf ganzer Linie bei ihrer Pflicht zur Daseinsvorsorge. Es ist eine Kernaufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass Menschen im Alter nicht in die Armut getrieben werden, nur weil sie Pflege benötigen. Andere Bundesländer wie Bayern, Hessen oder Rheinland-Pfalz machen es vor und bezuschussen die Pflegeplätze gezielt aus dem Landeshaushalt.
Wenn Stuttgart sich weiterhin weigert, die Ausbildungs- und Investitionskosten komplett zu übernehmen, entzieht sich das Land seiner sozialen Verantwortung. Die Quittung für diese Blockadehaltung zahlen am Ende die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und das direkt im eigenen Geldbeutel.
Leserbriefe | 25.07.2026 - 05:00
Musik wird nicht reichen
Maike Pfuderer, Stuttgart. zum Artikel „Ich will junge Leute in die Kirchen holen“ vom 18. Juli.
Popmusik ist eine gute Sache – nur ob sie die Kirche vor weiterem Mitgliederschwund bewahren wird? Als ehemalige Angehörige der Landeskirche habe ich da ...
Leserbriefe | 25.07.2026 - 05:00
Wie es zum Naturhotel kam
Fritz Eisele, Nürtingen. Zum Artikel „Die große und die kleine Politik im Blick“ vom 10. Juli.
Sieben Jahre nach Ende der Amtszeit als OB wäre es gut, wenn man im Rückblick auf sein Wirken bei den Tatsachen bliebe. In dem Interview entsteht der ...