Geschichten aus der Klinik

Geschichten von der Kirchheimer Info der Medius-Kliniken

Sie sind die erste Anlaufstelle für Patienten, Angehörige und Besucher – und manchmal auch das Auffangnetz in schwierigen Momenten: die Mitarbeitenden der Information der medius KLINIK Kirchheim. Wir haben mit zwei von ihnen gesprochen.

Michaela Siegler und Elke Lindner arbeiten seit über einem Jahrzehnt an der Information der medius KLINIK KIRCHHEIM. Ihr Arbeitsalltag ist bunt, fordernd und oft überraschend – mit viel Empathie, Humor und Gelassenheit helfen sie täglich hunderten Menschen weiter.

Ein Job wie eine Wundertüte

„Kein Tag ist wie der andere“, sagt Michaela Siegler. „Ich komme morgens rein und weiß nie, was mich erwartet. Manchmal läuft alles ruhig, manchmal herrscht Ausnahmezustand.“

Die beiden Frauen sind Teil des Info-Teams am Haupteingang – dort, wo täglich Hunderte Menschen ankommen, Fragen stellen, Orientierung suchen oder einfach nur nervös auf ihren Termin warten.

„Wir erleben hier die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen, von Angst und Trauer bis zu Dankbarkeit“, sagt Elke Lindner. „Und wir müssen auf alles vorbereitet sein.“

Viel mehr als nur Auskünfte geben

Einen klassischen Arbeitstag gibt es nicht. „Gerade morgens ist viel los, wenn Patienten zu geplanten Untersuchungen kommen“, erzählt Michaela Siegler. „Wenn Patienten sich offensichtlich schlecht orientieren können oder nicht gut Deutsch verstehen, begleiten wir sie auch mal persönlich zur richtigen Station.“

Das Telefon klingelt fast ununterbrochen: „Es kommen Anfragen von Patienten, Angehörigen, Besuchern, aber auch von Handwerkern oder Lieferanten“, ergänzt Elke Lindner. „Wir müssen blitzschnell sortieren, wer zuständig ist, auch bei technischen Problemen wie defekten Aufzügen oder bei verlorenen Gegenständen.“

Nachmittags ab 16 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr übernehmen sie zusätzlich alle Patientenaufnahmen – sowohl von „fußläufigen“ Patienten als auch von Patienten, die mit dem Rettungswagen oder Notarzt in die Klinik kommen. Da parallel auch alle anderen Aufgaben wie Telefon bedienen, Auskünfte erteilen und Organisatorisches erledigen weiterlaufen, sind diese Zeiten oft besonders fordernd – oder, wie es Elke Lindner lächelnd ausdrückt: „Dann wird es richtig lebendig.“

Nachts ist oft Geduld gefragt. „Manchmal ist es bis Mitternacht ruhig, und dann wird es nochmal hektisch. Oder es kommt jemand mit Husten, Schnupfen oder Zeckenbiss – mitten in der Nacht“, erzählt Elke Lindner. Michaela Siegler lacht: „Oder es heißt um halb eins: ‚Seit vier Wochen habe ich Schmerzen‘ . Da fragt man sich schon mal, ob das nicht früher möglich gewesen wäre.“

Ruhe bewahren – auch in Ausnahmesituationen

Gleich hinter dem Haupteingang der medius KLINIK KIRCHHEIM findet sich die Information, die erste Anlaufstelle für Patienten, Angehörige, Handwerker und Lieferanten. Foto: medius KLINIKEN

Trotz des Trubels strahlen beide Gelassenheit aus. „Wir müssen freundlich bleiben, auch wenn‘s stressig ist“, sagt Lindner. „Zuhören und deeskalieren gehört bei uns zum Alltag.“

„Ein bisschen Humor und ein dickes Fell helfen enorm“, ergänzt Michaela Siegler. „Wir brauchen viel Flexibilität und Fingerspitzengefühl – schließlich geht es oft um mehr als nur um Auskünfte.“

Empfang, Sicherheitsdienst – und manchmal auch Krisenintervention

Schwierige Situationen gehören dazu. „Wenn nachts jemand klingelt, rein will und einfach Richtung Aufzug marschiert, fragen wir natürlich nach. Manchmal heißt es dann: ‚Ich wurde angerufen, mein Mann ist gestorben.‘ Das trifft uns auch“, erzählt Lindner.

Ein anderes Mal fuhr ein Mann mitten in der Nacht mit seinem Firmenwagen durch den Haupteingang – oberkörperfrei und verletzt. „Die Kollegin dachte, es sei der Zeitungswagen, da war er schon im Foyer.“

Oder der Mann mit der Platzwunde, der trocken erklärte: „Meine Freundin hat mir die Pfanne drübergezogen.“ Und auf die Frage nach der Adresse hinzufügte: „Da wohne ich aber nicht mehr lange.“

Auch berührende Momente bleiben im Gedächtnis. „Ein junges Paar kam morgens. Sie im Bademantel, darunter ein Neugeborenes. Das Kind war zuhause geboren und sollte bei uns versorgt werden. Solche Erlebnisse vergisst man nicht.“

Menschen ernst nehmen – auch wenn es hektisch ist

Manche Geschichten nehmen sie mit nach Hause. „Mit der Zeit wird man zwar ein Stück weit abgeklärter, aber nicht gleichgültig“, sagt Michaela Siegler. „Für uns ist vieles Routine. Aber für die Menschen, die vor uns stehen, ist es vielleicht der schlimmste Tag ihres Lebens.“

Natürlich gibt es auch Frust. „Wenn Menschen angespannt sind, bekommen wir das ab. Aber auch das gehört dazu. Da hilft: durchatmen und ein Lächeln“, sagt Michaela Siegler.

Trotz aller Herausforderungen sind sich beide einig: „Wir lieben unseren Beruf, weil er sinnvoll ist. Weil wir für Menschen da sein können.“

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