Wolfschlugen
Jugendhaus Wolfschlugen steht schon wieder ohne Leitung da
Ugur Güler hat nach einem halben Jahr in Wolfschlugen aus privaten Gründen beruflich nach Kirchheim gewechselt. Der Kreisjugendring hat die Stelle bereits ausgeschrieben.
WOLFSCHLUGEN. „Liebe Kinder und Jugendliche, wir möchten euch darüber informieren, dass der offene Treff im Kinder- und Jugendhaus, sowie die gewohnten Öffnungszeiten vorübergehend nicht stattfinden“, so steht es aktuell auf der Homepage des Wolfschlüger Jugendhauses, das für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren gedacht ist. Der Grund für die Einschränkungen bei der Einrichtung an der Nürtinger Straße: Der bisherige Leiter Ugur Güler hat das Jugendhaus Wolfschlugen schon wieder verlassen. Er hatte die Stelle erst am 1. August 2023 angetreten, nachdem seine Vorgängerin Vanessa Flohr am 24. März das Kinder- und Jugendhaus in Wolfschlugen abgeschlossen und in Richtung Jugendzentrum Trafo in Köngen verlassen hatte. Danach war die Eingangstür monatelang zu gewesen.
Wenigstens das wird diesmal nicht der Fall sein. Der Kreisjugendring (KJR) Esslingen, der das Jugendhaus personell ausstattet, hatte bereits vor einiger Zeit eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendhaus für 18- bis 26-jährige Bewerber ausgeschrieben und besetzt. Zudem gibt es die Idee, vorübergehend den für die Schulsozialarbeit in Wolfschlugen zuständigen Sven Schwarz zusätzlich im Jugendhaus einzusetzen. Der KJR hat die Stelle der Leitung der Einrichtung mit einem Umfang von 80 bis 100 Prozent auch bereits öffentlich ausgeschrieben.
Dass Ugur Güler schon nach einem halben Jahr wieder weg ist, bedauert Bürgermeister Matthias Ruckh sehr: „Es ist auch aus seiner Sicht gut angelaufen. Er war auch sehr aktiv. Dass er geht, hat nichts mit Wolfschlugen zu tun, sondern rein private Gründe.“ Die vielen Arbeitszeiten am Abend hätten den Ausschlag gegeben. Das bestätigt Ugur Güler auf Anfrage: „Wenn die eigene Familie wächst, dann möchte die Ehefrau, dass der Mann abends zu Hause ist und nicht ständig bis spät in die Nacht arbeitet.“ Güler arbeitet inzwischen für die Stadt Kirchheim als Sachgebietsleiter Soziale Hilfen. Das Jugendhaus Wolfschlugen verlässt er auch mit einem weinenden Auge: „Der offene Treff lief gut, wir konnten viele Jugendliche erreichen, der Bedarf ist groß. Es wollen auch viele die Räume nutzen.“ Daher sollen eine Vermietung der Räume für kleine Feiern oder eine Öffnung nach vorheriger Absprache über die E-Mail kjh-wolfschlugen@t-online.de möglich bleiben. Wenn die Leitungsstelle besetzt ist, werde es auch wieder feste Öffnungszeiten geben.
Wer Gülers Nachfolger als Jugendhaus-Leiter wird, ist noch völlig offen. Durch die Kurzfristigkeit der Kündigung innerhalb der Probezeit gebe es leider keinen direkten Nachfolger, verrät Ralph Rieck vom Kreisjugendring Esslingen. Es gebe aber Absprachen mit dem FSJler und älteren Jugendlichen, die die Interimszeit gemeinsam überbrücken könnten. Zudem habe innerhalb des KJR ein Mitarbeiter Interesse bekundet. „Eventuell könnte es dann auch relativ schnell gehen“, so Rieck.
Unabhängig von der Neubesetzung der Leitungsstelle soll das Pumptrack-Projekt auf den Grünflächen rund um das Jugendhaus weiter vorangebracht werden. „Wir stehen kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit dem Kreisjugendring, der die Strecke überwachen und unterhalten soll“, sagt Bürgermeister Ruckh. „Wir gehen davon aus, dass das trotz Personalwechsel umgesetzt werden kann.“ Denn die Zuteilung der Fördermittel für das Projekt seien zeitlich begrenzt. Daher soll der erste Baggerbiss möglichst noch im März erfolgen, sodass der Pumptrack im zweiten Jahresquartal steht.
Schon bald rechnet Ruckh auch mit den Ergebnissen der von Studenten im November und Dezember durchgeführten Sozialraumanalyse. Die Studenten hatten Wolfschlüger Kinder und Jugendliche nach ihren Wünschen befragt. „Die Auswertung der Umfrage ist in der Endphase. Wir sind schon gespannt, was dabei herauskommt“, so Ruckh.