NTZ+ Logo Nürtingen

Die Feuerwehr Nürtingen rüstet sich für Brände an Elektroautos

Eine mobile Quarantäne-Station, die das Autohaus Ramsperger stiftete, soll als Übungsmaterial für den Härtefall dienen.

Die Übergabe der mobilen Quarantäne-Station für E-Autos: (von links) Stadtbrandmeister Ralf Bader, Geschäftsführer Frank Eberhart, Teiledienstleiter Jürgen Burkhardt und Abteilungskommandant Stadt Tobias Lang. Foto: Julian Baum

NÜRTINGEN. Die Mobilitätswende hin zu Elektrofahrzeugen stellt die Schadensbekämpfer der Feuerwehr vor neue Herausforderungen. Gerät eine Batterie in Brand, ist selbst nach dem Ablöschen die Gefahr groß, dass sie sich aufs Neue entzündet.

Dafür haben Hersteller eine mobile Quarantäne-Station entwickelt, die das havarierte Fahrzeug herunterkühlt. Eine solche Station übergab jüngst die Firma Ramsperger Automobile an die Leitung der Nürtinger Feuerwehr.

„Wir sind seit Längerem schon dabei, statt Kundengeschenken an Weihnachten sinnvolle Projekte zu unterstützen“, sagt Frank Eberhart, der Geschäftsführer von Ramsperger Automobile. Im vorigen Jahr fiel die Wahl auf die Feuerwehr in Nürtingen. „Einige unserer Mitarbeiter sind bei der Feuerwehr, es geht um Automobile und so schloss sich der Kreis eigentlich ganz gut“, so Eberhart.

Ein gelber Sack zum Kühlen

Im Set enthalten sind Spanngurte sowie eine Kurzanleitung, die das Prinzip der Quarantäne-Station erklärt. Foto: Julian Baum

„Die Quarantäne-Station ist die Erste, die wir in der Feuerwehr einsetzen können“, sagt Stadtbrandmeister Ralf Bader. Tobias Lang, Kommandant der Abteilung Stadt, sagt: „Wir mussten glücklicherweise noch keinen Brand an einem E-Auto bekämpfen.“ Die Tücken beim Fahrzeugbrand allgemein seien nicht der Benzintank, sondern die Stoffe der Sitze und die Kunststoffteile im Fahrzeug. Bei Elektroautos komme erschwerend noch hinzu, dass chemische Reaktionen die Brandbekämpfer besonders herausfordern, wenn die Batterie unter Hitze steht: „Selbst wenn der Brand gelöscht ist, können sich die Batterien aufs Neue entzünden“, fügt Stadtbrandmeister Bader hinzu.

Dafür gibt es Quarantäne-Behältnisse, die mit Wasser die Temperatur an den Batterien kühl halten. „Die Folie verläuft nahe am Auto und wird mit Spanngurten befestigt“, erklärt Jürgen Burkhardt, Teiledienstleiter bei Ramsperger und ehemaliger Nürtinger Stadtbrandmeister.

Im Prinzip handelt es sich dabei um einen fahrzeuglangen gelben Sack aus Plastik, der in einem durchsichtigen Netz verpackt ist. Rund 2000 Euro verlangt der Hersteller dafür, im Set enthalten sind außerdem eine Plane und eine Kurzanleitung. Das Fahrzeug wird so „eingetütet“ und – wenn keine Entzündungsgefahr mehr besteht – weiter transportiert.

Und wie geht es nun weiter? Die gestiftete Quarantäne-Station werde nun zeitnah zu Schulungs- und Übungszwecken eingesetzt, sagt Lang: „Damit wir dann auch für den Ernstfall bereit sind.“

Zur Startseite

Werbeanzeigen TEST