Nürtingen
Blitzerbilanz 2024: So viel verdient Nürtingen mit seinen Radarfallen
Raser haben der Stadt im vergangenen Jahr ordentlich Geld in die Kasse gespült. Wo wurde am häufigsten geblitzt und was war die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung?
NÜRTINGEN. In keinem Bundesland wird so viel geblitzt wie in Baden-Württemberg. Mit mehr als 1000 Blitzern insgesamt ist die Chance, hier geblitzt zu werden, deutlich höher als in anderen Teilen Deutschlands. Was für Fahrer meist ein Ärgernis ist, bedeutet für Städte und Gemeinden einen Geldsegen. Temposünder spülen selbst kleineren Kommunen jedes Jahr ein ordentliches Sümmchen in die Haushaltskasse. Laut einer Umfrage des Deutschen Anwaltvereins gehört Esslingen sogar bundesweit zu den Top drei „Blitzermillionären“ in Deutschland. Rund 4,9 Millionen Euro verdiente die Stadt im vergangenen Jahr mit Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen.
Und wie sieht es in Nürtingen aus? Die erste Radaranlage in der Stadt wurde 1979 aufgestellt. Damals knipste das Gerät Rotlichtsünder auf der Bahnhofstraße. Zur Geschwindigkeitsüberwachung wurden mobile Blitzer angeschafft. 2005 folgten die Rotlichtanlagen auf der B 313. Im November 2012 installierte die Stadt die Blitzersäule auf der B 313 zwischen der Kreuzung Hochwiesenstraße und der Kreuzung Oberensinger Straße. Ende 2015 kamen weitere Blitzersäulen in Reudern, Neckarhausen und Oberensingen hinzu.
Nürtingen: Mehr als eine Million Euro mit Blitzern verdient
Auch für die Hölderlinstadt sind die Blitzer ein Geldsegen. Laut Angaben der Stadtverwaltung hat man im Jahr 2024 durch die Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen insgesamt Einnahmen in Höhe von rund 1,09 Millionen Euro erzielt. Davon entfielen etwa 874.000 Euro auf stationäre Blitzer und rund 220.000 Euro auf die mobile Messanlage. „In diese Beträge sind neben den eigentlichen Bußgeldern auch Gebühren, Auslagen sowie Zustell-, Mahn- und Vollstreckungskosten eingerechnet“, heißt es von der Pressestelle der Stadt Nürtingen.
300.000 Euro durch Parkverstöße
Hinzu kommt eine hohe Summe aus Bußgeldern für Parkverstöße. Die sogenannten „Knöllchen“ brachten der Stadt im Jahr 2024 weitere 300.000 Euro ein.
Am häufigsten wurde die Blitzersäule in Neckarhausen ausgelöst. Am seltensten war hingegen der Blitzer in Oberensingen in der Stuttgarter Straße aktiv. Die höchste Strafe bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen waren 847 Euro. Der Fahrer wurde mit 83 Kilometern pro Stunde in einer 30er-Zone erwischt. „Damit handelte es sich um einen besonders schweren Fall von ‚Rasen‘ in der Stadt“, heißt es von der Pressestelle.
Blitzer werden immer wieder mutwillig beschädigt
Der Ärger über die Anlagen mündet immer wieder in Vandalismus. Auch in Nürtingen wurden Blitzersäulen in den vergangenen Jahren beschädigt – jedoch nicht immer absichtlich. 2023 krachte ein Mercedes-Fahrer unabsichtlich in die Blitzersäule in Neckarhausen und wurde dafür im Internet zum Helden erklärt. Die neu aufgestellte Säule blieb nicht lange heil. 2024 gab es einen Farbanschlag auf die Anlage. Auch die Blitzersäule in Reudern wurde im vergangenen Jahr beschädigt. 2015, nur zwei Tage nach Inbetriebnahme, war die Säule in Reudern bereits zum ersten Mal zerstört worden. Auch die Säule in Oberensingen blieb nicht lange unversehrt. 2016, nur wenige Monate nach Inbetriebnahme, wurde sie mit weißer Farbe beschmiert. Die beiden Vandalismusvorfälle im vergangenen Jahr verursachten laut Stadt Kosten von rund 5000 Euro.
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