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FV 09 Nürtingen: Technisch fein ins Glück hinein

Hallenfußball: Dass die Gastgeber beim Turnier in der Eisenlohrhalle triumphieren, hat viel mit der klugen Spielweise zu tun. Das Team von Tarik Serour bestätigt die guten Eindrücke aus der Punktrunde. Nicht nur dies liefert Gesprächsstoff.

Sichtlich Spaß und immer noch torgefährlich: Nürtingens Routinier Dominique Rodrigues (rechts im Finale mit dem FV 09 gegen die SG Raidwangen-Oberensingen) konnte sich hinterher über den Turniersieg freuen und darüber, einer der beiden Toptorjäger in der Eisenlohrhalle gewesen zu sein. Foto: Niels Urtel

Statt Pokal ein Partyfass, gefüllt mit Bier – für die vier bestplatzierten Teams des Nürtinger Fußball-Hallenturniers gab's am Sonntagabend Flüssiges als Preis. Besonders in Feierlaune beim Überreichen der Gabe zeigten sich dabei die Gastgeber: Der FV 09 Nürtingen hat das erste der vier großen Fußball-Hallenturniere in der Region gewonnen, zudem eine ausgelobte 500 Euro Siegprämie. Zeitnah folgen weitere lokale Events in Frickenhausen, Notzingen und Neckartailfingen.

Die Art und Weise, wie der B-Ligist durchs Turnier marschierte, wirkte technisch anspruchsvoll, permanent erfolgsorientiert. Kaum ein Tor pro FVN fiel über das Mittel der Brachialgewalt, vielmehr ließen die Nürtinger überwiegend den Ball in der Eisenlohrhalle gefühlvoll durch die eigenen Reihen zirkulieren, um dann mit exakten Pässen die gegnerische Defensive zu düpieren. „Wir wissen um unsere Qualitäten“, stellte folglich FVN-Spielertrainer Tarik Serour kurz nach der Siegerehrung lächelnd fest. Einer der Drahtzieher auf dem Platz: Dominique Rodrigues.

„Hallenturniere gehören für mich seit meiner Zeit als junger Straßenfußballer zum Jahr einfach dazu“, outete sich der 41-Jährige als Budenzauber-Befürworter. Das Kicken unter Dach bereitete ihm auch diesmal sichtlich Spaß, mit sieben Treffern stand der einstige Zweitligaspieler des SSV Reutlingen am Ende des Tages zusammen mit Danilo Carrabba (TB Neckarhausen) zudem ganz oben in der Torjägerliste. „Der Sieg beim eigenen Turnier freut uns natürlich sehr“, hob derweil FVN-Spielertrainer Tarik Serour nach dem 3:1-Finaltriumph über die SGM Raidwangen/Oberensingen hervor. Nullneun-Torschützen im Endspiel waren Daniel Schwindt, Rodrigues und Egman Gündoglu, für die Unterlegenen besorgte Laurin Martel den Ehrentreffer im finalen Messen um den MF-Security-Cup.

Auf dem Weg zum Glück hatte der spätere Sieger unter anderem im Viertelfinale Vorjahrestriumphator FC Frickenhausen in einer hochspannenden Partie per 2:1 rausgekegelt. Beim Verlierer haderte insbesondere Fabian Weber nach Spielende. „Den muss ich machen“, kommentierte der FC-Akteur jene Szene Sekunden vor Schluss, als er den Ball nach einem Sprint aufs gegnerische Tor Zentimeter über den Kasten schoss. Nicht nur diese bemerkenswerten Storys lieferten Gesprächsstoff, sondern auch Geschehnisse im Halbfinal-Match zwischen der Spielgemeinschaft Raidwangen/Oberensingen und dem TB Neckarhausen. SGM-Torwart Marc Fecher hatte kurz vor Schluss einen gegnerischen Akteur unsanft abgegrätscht, dafür zurecht von Schiedsrichter-Routinier Daniel Geywitz eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Das Problem: Fecher fiel damit für das direkt darauf folgende Neunmeterschießen aus. Offenbar kein Schock für SGM-Teamkollege Luca Soloperto: Der etatmäßige Feldspieler entschärfte drei Neunmeter, verhalf seiner Mannschaft entscheidend zum Sprung ins Endspiel, wurde nach dem Drama entsprechend von Schulterklopfern umringt.

Einen guten Eindruck hinterließ auch B-Ligist SPV 05 Nürtingen. „Für uns ist das Abschneiden ein großer Erfolg“, kommentierte Caner Eker das Vordringen ins Semifinale. Dort war gegen den späteren Triumphator FVN jedoch kein Kraut gewachsen (1:5). Für den einst kickenden Coach, mit Krücken in der Eisenlohrhalle unterwegs, scheint der aktive Kickerpart nach einem Kreuzbandriss vorbei zu sein. „Ich werde selbst wohl nicht mehr spielen können“, merkte der 46-Jährige zerknirscht an.

Für den FV 09 Nürtingen brachte der viertägige Turnier-Marathon mit rund 80 Teams von Bambini bis Aktive derweil organisatorisch erneut eine Herausforderung. Rund 60 Helfer schoben Arbeitsschichten, ein Kernteam hatte im Vorfeld die Details zur Veranstaltung geplant. Der Turniereinstieg erfolgte am Freitag. Im E1-Finale besiegte dabei der FC Eislingen die SPV 05 Nürtingen, im jüngeren Jahrgang der SC Tuttlingen den FC Donzdorf. Bei den D1-Junioren triumphierte die SpVgg Cannstatt im Endspiel gegen die SGM Reutlingen/Rommelsbach, in der D2 die TSF Ditzingen über die SGM Juniors Reutlingen. Bei den Bambini und der F-Jugend gab es, dem neuen Konzept des Württembergischen Fußballverbandes folgend, keine Spielwertungen – Tore wurden deshalb nicht gezählt. Ein Neunmeter-Gauditurnier mit 34 Teams (Gewinner: il handelino) rundete die Geschichte ab.

„Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden“, bilanzierte Organisationschef Eckhard Knöll, in der Halle habe all die Tage eine positive Grundstimmung geherrscht. Vereinzelte Rudelbildungen nach Spielende entpuppten sich als kurzzeitige emotionale Überreaktion einzelner Hitzköpfe. Am Montagabend erinnerte in der Theodor-Eisenlohr-Halle bereits nichts mehr an das Kickerfest. „An Silvester sollen schließlich die Helferinnen und Helfer nicht mehr morgens zum Aufräumen anrücken“, merkte Eckhard Knöll an, der ganz nebenbei auch noch temporär den Hallensprecher-Job ausgeübt hatte.

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