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Hobbykünstler zeigen in Neuffen ihr Können

Neuffen stand am Wochenende in einem neuen Rahmen ganz im Zeichen der Kunst. Was in der Sportgaststätte Spadelsberg geboten war.

Herbert Rueß steuerte ausdrucksstarke Werke bei. Foto: Nurijan Rasidova

NEUFFEN. Neuffen stand am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen der Kunst. Die Ausstellung „Kunst in Neuffen“ fand bereits zum dritten Mal statt. Diesmal in einem neuen Rahmen: Nicht in den städtischen Einrichtungen, wie in den Vorjahren, sondern in der Sportgaststätte Spadelsberg. Dort verwandelten neun Hobbykünstler die Räume in eine bunte Galerie voller Malereien, Zeichnungen und Skulpturen.

Die Eröffnung übernahm Edmund Dollinger, langjähriger Leiter der Neuffener Musikschule und Förderer der lokalen Kulturszene. Er betonte die Bedeutung von Kunst als Bereicherung des Lebens: „Nicht Essen und Trinken oder Arbeiten bestimmen das reale Leben, sondern Visionen, Ideologien, Fantasien, künstlerische Begabung und das Talent für das Außergewöhnliche – als Bereicherung seiner selbst.“ Dollinger dankte der Pächterfamilie Hofer, die nicht nur die Räume zur Verfügung gestellt, sondern auch durch das Sponsoring von Plakaten und Flyern einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Ausstellung geleistet hatte.

Neun Künstler, neun Handschriften

Die Besucher erwartete eine beeindruckende Vielfalt: Ob farbenfrohe Landschaftsbilder, detailreiche Zeichnungen oder kraftvolle Skulpturen – die ausgestellten Werke spiegelten die Handschrift und Persönlichkeit ihrer Schöpfer wider. Die Materialien reichen von Metall und Holz über Ton und Guss bis hin zu Marmor und Speckstein. Hinter jedem Exponat klar erkennbar: die Leidenschaft, mit der die Künstler ihre Freizeit dem kreativen Schaffen widmen. Für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgte ebenfalls Dollinger, der im Hintergrund eine Auswahl klassischer amerikanischer Bigbandmusik aufgelegt hatte. Die dezenten Klänge verliehen der Ausstellung eine beschwingte Note und luden die Gäste zum Verweilen ein.

Veranstalter Hans-Bernt Lang, ehemaliger Hauptschullehrer in Neuffen, verfolgt mit dem Projekt ein bewusst positives Konzept: „Es passiert so viel Negatives auf der Welt, da möchte ich nur Werke ausstellen, die Freude bereiten und positive Energie ausstrahlen.“ Eine Ausnahme machte er jedoch bei den kritischen Arbeiten von Hans Dillitzer. Einige seiner Werke wurden posthum gezeigt und bildeten ein stilles, aber eindrucksvolles Gegengewicht. Lang selbst stellte ebenfalls aus: Ein besonderes Highlight war sein aus Holz geschnitzter Fuß, den er später in einer Gussform weiterbearbeitete und so zu einem außergewöhnlichen Blickfang machte.

Skulpturen aus Speckstein und Marmor ergänzten die Ausstellung. Foto: Nurijan Rasidova

Vielfalt von Zeichnung bis Skulptur

Die Ausstellung bot den Besuchern ein breites Spektrum an künstlerischen Ausdrucksformen: Herbert Rueß, der seit seiner Jugend malt, zeigte eine vielseitige Auswahl an Werken, darunter auch Bilder, die mit der modernen Pouring-Methode entstanden sind. Durch Kippen, Drehen oder Föhnen der Leinwand entstehen fließende Muster, Zellen und Marmorierungen, die an Naturstrukturen, Galaxien oder Flüssigkeiten erinnern. Besonders ins Auge fiel sein detailreicher Wacholderbaum, in den er rund 30 Stunden Arbeitszeit investiert hatte.

Karl Albrecht Nübel aus Beuren präsentierte Zeichnungen, darunter auch Werke mit Kugelschreiber. Nübel ist dafür bekannt, dass er jedes Jahr zu Weihnachten eigene Bilder gestaltet, sie mit selbst verfassten Gedichten kombiniert und an seine Nachbarschaft verteilt. Angela Tabar beeindruckte mit Stillleben und dynamischen Meereswellen, die unterschiedliche zeichnerische Techniken vereinten.

Skulpturen aus Marmor und Speckstein ergänzten die Ausstellung und zeigten die handwerkliche Vielfalt der beteiligten Künstler. Zu den ausstellenden Künstlern gehörte auch Ecki Fritsche, Mitorganisator der Veranstaltung. Er präsentierte eigens modellierte Skulpturen. Fritsche zeigte sich erfreut über die positive Resonanz: „Die Ausstellung ist für uns nicht nur eine Möglichkeit, unsere Werke zu zeigen, sondern auch, Menschen zusammenzubringen. Ich würde mir wünschen, dass wir Kunst in Neuffen künftig sogar zweimal im Jahr veranstalten können.“

Mit rundum positiver Resonanz seitens der Gäste war die dritte Auflage von „Kunst in Neuffen“ ein Erfolg für die beteiligten Künstler. Die Ausstellung bewies, dass auch außerhalb klassischer Kulturstätten Raum für kreative Begegnungen ist.

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