Landkreis Esslingen
So geht es beim Glasfaserausbau im Kreis Esslingen weiter
Der Verband Gigabit-Region Stuttgart gibt einen Überblick des bisher umgesetzten Breitbandausbaus und was in den kommenden Jahren geplant ist.
LANDKREIS ESSLINGEN. Der Glasfaserausbau für den Landkreis Esslingen geht voran. Laut einer Pressemitteilung des Verbandes Gigabit Region Stuttgart (GRS) gebe es mittlerweile Glasfaser für rund 69.900 Haushalte und Unternehmen. Die Mobilfunkabdeckung mit 5G sei auf über 95 Prozent gestiegen.
Abdu Mudesir, Technikchef der Telekom Deutschland, sagt dazu: „Seit der Unterzeichnung des Rahmenvertrags bauen wir mehr Glasfaseranschlüsse als alle Wettbewerber zusammen. Für über 65.000 Haushalte und Unternehmen im Landkreis Esslingen können wir nun schon Glasfaseranschlüsse bereitstellen.“ In 15 Kommunen im Landkreis können laut Pressemitteilung bereits über die Hälfte aller Haushalte und Betriebe einen Glasfaseranschluss der Telekom nutzen.
90 Prozent des Ausbaus macht die Telekom
Für die Versorgung im Landkreis Esslingen seien die Kooperationen mit den Stadtwerken Filderstadt und Nürtingen wichtig. Dank der Zusammenarbeit könnten bereits 4800 Haushalte und Unternehmen Glasfaseranschlüsse buchen. Aktuell wird in Sielmingen Süd und Bernhausen Süd Glasfaser verlegt. In Nürtingen haben die Stadtwerke im Februar mit dem Glasfaserausbau im Stadtteil Oberensingen begonnen.
Im Eigenausbau werde die Telekom im kommenden Jahr in Abstimmung mit der GRS und dem Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis in zwölf Ausbaugebieten aktiv sein: in Esslingen, Bissingen, Denkendorf, Kirchheim, Frickenhausen, Köngen, Leinfelden-Echterdingen, Neckartenzlingen, Ostfildern, Plochingen, Wendlingen und Wernau. Hinzu kommen Ausbaumaßnahmen im geförderten Ausbau. In Filderstadt und Nürtingen setzen die Stadtwerke im Rahmen der Kooperation den Glasfaserausbau fort.
Stand Mitte 2024 könnten 36 Prozent der Haushalte in der Region Stuttgart einen Glasfaseranschluss buchen. Um die Ausbauziele für 2025 zu erreichen, haben Gigabit Region Stuttgart und Telekom vereinbart, ihre Zusammenarbeit enger zu verzahnen. Hans-Jürgen Bahde, Breitbandbeauftragter der Region und Geschäftsführer der GRS sagt: „Mit einem Anteil von über 90 Prozent ist die Telekom der wichtigste Investor beim Glasfaserausbau im Landkreis Esslingen. Um die Abstimmungsprozesse effizienter gestalten zu können, werden die Bauexperten der GRS im Austausch mit den Kommunen künftig vorab die Genehmigungsprozesse ebnen und dann den Ausbau eng begleiten.“
Neue Mobilfunkstandorte für 5G gesucht
Auch im Mobilfunk tut sich laut Pressemitteilung einiges: Im Landkreis Esslingen sei die Bevölkerungsabdeckung mit dem modernen Standard 5G auf über 95 Prozent gestiegen. Dafür nutze die Telekom derzeit 188 Mobilfunkstandorte. Mit der Inbetriebnahme zweier neuer Masten in Bissingen-Ochsenwang sowie in Walddorfhäslach sei die Mobilfunkversorgung spürbar gestiegen.
Für die kommenden Jahre sieht das Unternehmen den Bedarf, an über 63 Standorten im Landkreis neue Antennen zu installieren. Immer wieder entfallen Standorte, weil Mietverträge nicht verlängert werden oder Gebäude abgerissen oder anderweitig genutzt werden. Für diese Standorte müssten Ersatzstandorte gefunden werden. Wo die bestehenden Anlagen stark ausgelastet seien, würden weitere Standorte benötigt, um alle Daten reibungslos zu übermitteln. Bei der Umsetzung sei die Telekom auf die Unterstützung durch Kommunen und Bürger angewiesen.
Mangelnde Baukapazitäten als Problem
Im Rahmen der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Breitbandversorgung Landkreis Esslingen wurde Landrat Marcel Musolf als neuer Verbandsvorsitzender gewählt. Die Pressemitteilung dazu spricht eine etwas andere Sprache als die der GRS. Neben vielen Erfolgen und Baufortschritten stelle die fortlaufende Marktkonsolidierung die Breitbandversorgung vor Herausforderungen. Obwohl verzögerte Baustarts und Unklarheiten zum Ausbauhorizont in manchen Kommunen das Bild eintrüben, lassen sich auch viele Fortschritte vermelden. Größte Hürde bleiben, wie im Vorjahr, mangelnde Baukapazitäten in angemessener Qualität. Deshalb und wegen einer weiteren Verteuerung der Tiefbaukosten würden Projekte vermehrt nacheinander statt zeitgleich angegangen.
Außer der Deutschen Telekom seien weitere Telekommunikationsunternehmen tätig. Die Deutsche Glasfaser sei in Dettingen, Ohmden, Hochdorf und Owen tätig. Für Großbettlingen, Lenningen, Erkenbrechtsweiler und Oberboihingen sei ein Ausbau geplant. Die EnBW-Tochter Netcom BW arbeitet in Nabern und Lindorf sowie in Unterensingen. Zusätzlich sollen Anfang 2025 Kooperationsverträge mit Aichtal, Neckartailfingen und Schlaitdorf gezeichnet werden. Die GVG-Glasfaser werde den Ausbau in Altbach und Deizisau weiter avisieren.