Großbettlingen
So ist der Stand der Dinge beim Glasfaser-Ausbau in Großbettlingen
Im Gemeinderat informierte ein Vertreter der Deutschen Glasfaser über den Stand der Ausbauplanung.
GROSSBETTLINGEN. Bürger wie Gemeinderäte sind etwas angesäuert: Hinsichtlich der Verlegung von Glasfaser in Großbettlingen tut sich nichts. „Die Schilder an den Straßenrändern bleichen langsam aus“, sagte Bürgermeister Christopher Ott in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag und berichtete von zahlreichen Großbettlingern, die auf dem Rathaus nach dem Stand der Dinge fragten. Eine Antwort gab nun Kai Hölscher von der Deutschen Glasfaser, die ihre Abschlüsse in Großbettlingen 2023 getätigt hat: „Großbettlingen ist in der Bauplanung für 2026 drin“, teilte er dem Gremium mit.
„Wir waren darauf aus, schnell schnelles Internet zu bekommen“, monierte Claus Schmidt von der Grünen Liste. Es habe eine Zusicherung gegeben, dass es zügig losgehe, so Stephan Maier von der Unabhängigen Wählerliste, und nun dauere es mit dem Glasfaserausbau länger als erwartet: „Das ist traurig, die Leute fühlen sich verarscht“, machte er seinem Unmut Luft.
Das könne er verstehen, meinte Hölscher. Doch die Luft sei „rauer geworden“. Seit den Abschlüssen im Jahr 2023 sei das Marktumfeld schwieriger geworden: Baukosten seien gestiegen, der Arbeitskräftemangel habe sich verschlimmert. „Es muss vieles neu berechnet und kalkuliert werden“, sagte Hölscher und verwies zudem auf einen Paradigmenwechsel bei der Deutschen Glasfaser. Zunächst habe man sich auf den Ausbau fokussiert und nun gelte es vor allem, die Kunden anzuschließen – dann gehe man in den weiteren Ausbau.
Ausbau soll 2026 beginnen
Großbettlingen sei hier von Oberboihingen abhängig, dort liegen die notwendigen Backbone-Anschlüsse. Für Oberboihingen ist der Ausbau für 2025 terminiert, im Jahr darauf solle laut Planung Großbettlingen folgen. Für beide Projekte werde gerade ein Bauunternehmer gesucht. Jetzt schon sei klar, dass es sich um eine große Baumaßnahme handle: „Der ganze Ort wird umgegraben.“ Gerüchten zufolge soll die Deutsche Glasfaser finanziell nicht gut dastehen, dem widersprach Hölscher: Erst kürzlich habe es eine Kapitalaufstockung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro gegeben.
Claus Schmidt wies darauf hin, dass der ein oder andere Großbettlinger nicht länger auf das schnelle Internet warten wolle und vom Vertrag zurücktrete. Es bestehe die Gefahr, so Schmidt, dass Großbettlingen unter die erforderliche Abschlusszahl von 33 Prozent rutsche. Das sah Kai Hölscher nicht so: „Die meisten freuen sich auf Glasfaser, auch wenn es etwas länger dauert.“ Darüber hinaus würden immer wieder neue Verträge abgeschlossen, Interessenten könnten sich jederzeit melden.
Bürgermeister unterstreicht Dringlichkeit
Christopher Ott gab dem Glasfaser-Fachmann mit auf den Weg, dass Großbettlingen schnell ans Netz kommen wolle. Und was auch wichtig sei: „Sie müssen das Vertrauen wieder wecken.“ Unter den Großbettlingern herrsche nämlich eine große Verunsicherung, da in den vergangenen Wochen die einen eine Auftragsbestätigung erhalten hätten und andere nicht. „Eine flächendeckende Kommunikation wäre wichtig“, machte Ott deutlich.