Nürtingen
So helfen Leser der Nürtinger Zeitung in Gambia
Licht der Hoffnung: Das Cool Restaurant im Fischerort Tanji wurde eingeweiht. Mit dabei waren Vertreter des Vereins Namél aus Deutschland. Bis das Cool Restaurant in Betrieb gehen kann, fehlt jedoch noch einiges.
NÜRTINGEN. Eines der acht Projekte, die in diesem Jahr von Licht der Hoffnung unterstützt werden, ist das „Cool Restaurant“ in Gambia. Im Fischerdorf Tanji entsteht auf 100 Quadratmetern ein Ort, an dem sich Jugendliche in geschütztem Rahmen treffen und ausprobieren können. Das Gebäude ist nun fertig, die Spenden der Leser dienen dem Innenausbau. Unter anderem ist ein Küchenlabor geplant, in dem eine hauswirtschaftliche Ausbildung stattfinden kann. Vor Kurzem war eine Delegation aus Nürtingen in Tanji, um das Haus einzuweihen.
Mit dabei waren die Honoratioren des Dorfes Tanji, Fatou N‘Diaye-Pangsy und einige Mitglieder des Vereins Namél aus Nürtingen, ebenso Vertreter des Children’s Cultural Center (CCC) in Bakoteh vom gambischen Partnerverein der Namél Foundation.
Wissen über Ernährung und Unternehmertum wird vermittelt
Noch ist das Gebäude nicht so weit, dass es gemäß seiner Bestimmung genutzt werden kann. Dazu fehlen noch diverse Einbauten und sanitäre Anlagen. Sobald diese mithilfe der Spenden der Leser fertiggestellt werden können, geht die Arbeit los. Zuschüsse für ein erstes Projekt wurde von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg bereits zugesagt: Das Cool Restaurant wird praxisnahes Wissen in Lebensbereichen wie Ernährung, Hygiene und Unternehmertum vermitteln.
Die Kinder und Jugendlichen sollen sich in ihrer Persönlichkeit gestärkt fühlen, mehr Selbstvertrauen entwickeln und eine klare Perspektive für die eigene Zukunft aufbauen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, Chancen aktiv zu nutzen, sich in ihrer Gemeinschaft einzubringen und destruktiven Entwicklungen wie Drogenmissbrauch, Schulabbrüchen oder irregulärer Migration vorzubeugen. Das ist umso wichtiger, denn erst kürzlich gab es wieder Nachrichten von Booten, deren 200 Passagiere, die auf der Suche nach etwas besseren Lebensbedingungen waren, im Atlantik ertrunken sind.
Eine Perspektive zu Hause statt Tod auf dem Meer
Langfristig soll das Projekt Kindern und Jugendlichen in Tanji ihre Bildungschancen verbessern, soziale Bindungen stärken und sie befähigen, selbstbestimmt mit ihrer Zukunft umzugehen. Das Thema „Wasser“ wird im ersten Jahr ein Schwerpunkt sein und bietet eine gute Gelegenheit zu einem Austausch mit der Nürtinger Kinder-Kultur-Werkstatt und Jugendwerkstatt, die 2026 ebenfalls das Thema Wasser in den Mittelpunkt stellt. Die Idee zu dem Thema Wasser stammt von der Klima-Taskforce, die die Klimagerechtigkeit am Beispiel Wasser in einem Bildungsprojekt aufgreift.
Für Februar haben sich fünf Studentinnen gemeldet, die im Rahmen ihres Studiums der Kunsttherapie an der Nürtinger Hochschule Praxiserfahrung in Gambia sammeln werden. Um Gelder für ihr Projekt „Kunsttherapeutische Resilienzarbeit für Kinder in Gambia“ im CCC und im Cool Restaurant zusammenzubekommen, veranstalten sie am Freitag, 16. Januar, „Art for Gambia“ mit Musik und Poesie im Provisorium in der Heiligkreuzstraße.
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