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Heiliger Morgen 2025 in Nürtingen: Vor der Bescherung Freunde treffen

An der noch jungen Tradition finden immer mehr Gefallen. Viele Familien mit Kindern und ältere Semester stoßen gemeinsam auf die Weihnachtsfeiertage an.

Auch Familien mit Kindern verbrachten den Heiligen Morgen in der Stadt. Foto: Gaby Kiedaisch
Einige Besucher kamen von auswärts wie die drei Jungs (links) aus Weil der Stadt: Paul, Silas, Marcello mit Leon, Colleen und Frieda. Foto: Gaby Kiedaisch
Dichtes Gedränge am Stadtbalkon. Foto: Gaby Kiedaisch
Ein eingespieltes Team: Aline und Lisa aus Köngen, Silke aus Unterensingen (von links). Foto: Gaby Kiedaisch
An den Ständen musste man sich bisweilen länger anstellen. Foto: Gaby Kiedaisch
Zum ersten Mal beim Heiligen Morgen: Dieter und Barbara Peschke. Foto: Gaby Kiedaisch
Ein Schwerpunkt des Heiligen Morgens war wieder der Platz zwischen der Stadthalle K3N und der Zentralbar. Foto: Gaby Kiedaisch
Lockere Zusammenkunft mit heißen Beats bei der Zentralbar. Foto: Gaby Kiedaisch
Es gab viel zu bereden. Foto: Gaby Kiedaisch

NÜRTINGEN. Während die einen die letzten Einkäufe verrichten, starten andere am Heiligen Vormittag bereits ins feiertägliche Vergnügen. In Abwandlung von Heiligabend hat sich der Heilige Morgen in größeren Städten zum Treffpunkt mit Freunden und an Weihnachten zurückkehrenden Bekannten entwickelt – „Coming Home for Christmas“. Wie auf Bestellung fallen die ersten Schneeflocken. Ab 10 Uhr füllt sich der Stadtbalkon in Nürtingen schnell mit Feierlaunigen, sodass schon gegen 11 Uhr kaum ein Durchkommen zwischen Buden, Ständen, Feuerkörben und Lokalen ist. Es weht ein kalter Wind, doch dick eingepackt mit Wintermantel, Mütze, Handschuhen und Schal, gibt es nichts Herrlicheres, als mit Glühwein oder warmem Aperol auf Weihnachten anzustoßen.

Gemischte Gruppen: Familien mit Kinder und junge Erwachsene

Das meint auch Martina Lohmann aus Nürtingen. Sie ist mit Ehemann Enrico, den Kindern und „mit der Clique“, das sind mehrere befreundete Ehepaare, ebenfalls mit Kindern, zum Stadtbalkon gekommen. Für sie ist es zur liebgewonnenen Tradition geworden, mit Freunden den Heiligabend am Stadtbalkon einzuläuten, bevor die letzten Vorbereitungen zuhause vor der Bescherung gemacht werden und der Kindergottesdienst in der Kirche beginnt. Das gehört seit Jahren zum festen Ritual. Nur mit der Musik steht Freundin Sophia Schmid ein wenig auf dem Kriegsfuß. „Die dürfte weihnachtlicher sein“, meint sie und sagt: „Das ist Strandmusik, und ich fühl‘ mich hier nicht wie am Strand“. Kaum ausgesprochen, wechselt der Musikstil prompt und es ertönt ein poppiger Weihnachtssong. Na also! Geht doch!

Gefeiert wurde auch schon bei 15 Grad Celsius

Seit 2021 sind die Bars von Now und Vagabund beim Stadtbalkon mit von der Partie. Während zur Zeit von Corona noch drinnen der Heilige Morgen willkommen geheißen wurde, feiert man seit zwei Jahren draußen. Dafür haben die Barbetreiber Niklas Hoss und Daniele Castro wie die anderen teilnehmenden Gastronomen eine „Sondernutzung von öffentlichen Flächen bei der Stadt Nürtingen beantragt“. Die gilt bis 15 Uhr, wobei ab 14.30 Uhr die Musik heruntergefahren werden muss. Doch davon ist man jetzt noch weit entfernt. An den zwei Außentheken brummt das Geschäft. Neben Sekt zählen laut Hoss Heißgetränke wie Glühwein und alkoholfreier Punsch für Kinder zu den Favoriten. Kein Wunder, bei den tiefen Temperaturen, die dieses Jahr vorherrschen. Beim letztjährigen Heiligen Morgen waren es warme 15 Grad Celsius, erinnert sich Niklas Hoss. Da muss man flexibel und getränketechnisch darauf vorbereitet sein. Zur Stärkung gibt es Rote und Pommes.

Im „Joe Peña’s“, dem mexikanischen Restaurant, gibt’s Barbetrieb an diesem Morgen. Die Türen sind weit geöffnet. Das Winterdorf mit den Hütten wird ebenfalls von Joe Peña’s betrieben. Vor dem Restaurant hat DJ Czok sein Musikequipment und seine Boxen aufgestellt. Er wurde von den Gastronomen vom Stadtbalkon engagiert und sorgt für den passenden Sound. „Direkt ab halb elf war hier schon viel los“, ist Michael Raisch mit dem Ansturm zufrieden. Zusammen mit Simon Bangert und Christian Wohlfahrt betreibt er das Restaurant. Nach der Bescherung ab 22 Uhr geht man den Heiligabend im Joe Peña’s dann frontal an.

Gerade mit der Bahn angekommen sind Paul, Marcello und Silas. Die drei jungen Männer kommen extra wegen des Heiligen Morgens aus Weil der Stadt nach Nürtingen. Ihr Studienkollege Leon hat sie auf den Stadtbalkon eingeladen. „Wir sind jedes Jahr auf einem anderen Heiligen Morgen“, sagt Silas. „Überraschend schön“, findet Marcello die Lage des Groß-Events am Neckar. Mit den ersten Getränken in der Hand stürzen sie sich ins Getümmel.

Es gibt auch bei fortgeschrittenen Semestern ein erstes Mal

Ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt betreibt Sime Ukalovic das Emilios. „Es läuft gut“, sagt er zufrieden. Vor der Türe trinken und essen an Stehtischen vor allem junge Familien mit Kindern und Stammkunden. Wie das Ehepaar Barbara und Dieter Peschke. Das Nürtinger Paar jenseits der 70 ist das allererste Mal auf dem Heiligen Morgen. Sie habe das ihrer Tochter zu verdanken, die mit Familie ebenfalls da ist und sie dazu animiert hat, sich einmal selbst von der schönen Atmosphäre zu überzeugen. Beide sind von der Leichtigkeit des weihnachtlichen Events ganz begeistert. Vor ihnen stehen Weißwürste und Brezeln. Guten Appetit!

Extra wegen der DJs von der Rumpelkammer sind Aline und Lisa aus Köngen und Silke aus Unterensingen zur Zentralbar gekommen. Die drei jungen Frauen stechen mit ihrem besonderen Kopfschmuck, Tannenbaum-Hüten mit viel Lametta, aus der Masse auf dem Stadthallenplatz heraus. Sie möchten sich auf den Tag einstimmen, „um den Heiligabend zu ertragen“, wie Lisa mit einem Augenzwinkern sagt.

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