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Stadt Nürtingen bezuschusst Antidiskriminierungsstelle für den Kreis weiter

Wie andere Große Kreisstädte steuert die Stadt 2200 Euro im Jahr bei. Es gab aber auch Gegenstimmen im Gemeinderatsausschuss.

Stoppzeichen für Antidiskriminierung: Eine eigens dafür im Landkreis eingerichtete Stelle nimmt diese Aufgabe wahr. Foto: Symbolbild: The KonG/Adobe Stock

NÜRTINGEN. Diskriminierung hat viele Gesichter: sie kann rassistisch sein, oder die sexuelle Orientierung betreffen, oder die Religionszugehörigkeit, sie kann Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen betreffen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Antidiskriminierungsstelle für den Landkreis Esslingen will gegensteuern. Das Land finanziert den Hauptanteil der Gesamtkosten von knapp 85.000 Euro, davon 71.000 Euro an Personalkosten. Die kommunale Seite ist mit knapp 20.000 Euro beteiligt. Die Stadt Nürtingen hat bereits in der Vergangenheit wie die anderen Großen Kreisstädte diese Arbeit mit jährlich 4000 Euro unterstützt. Der Betrag verringert sich nach der Erhöhung des Landesanteils und dem Beitrag des Landkreises, der 8000 Euro zahlt, nun auf jährlich 2200 Euro für die beteiligten Kommunen. Der Kultur-, Schul- und Sozialausschuss des Nürtinger Gemeinderats stimmte nun einer Verlängerung dieser Förderung zu, allerdings bei Gegenstimmen und Enthaltungen.

Die Antidiskriminierungsstelle in Trägerschaft der AWO bietet Beratung an, macht Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel beim Christopher Street Day in Nürtingen, und sie unterstützt Akteure, denen bei ihrer Arbeit Diskriminierung begegnet, zum Beispiel in Schulen, in der Schulsozialarbeit, in Jugendbüros, in der Familienhilfe und in Verwaltungen.

Zweifel am Nutzen

Thaddäus Kunzmann (CDU) sah den Mehrwert für Nürtingen als eher gering an, insgesamt drei Klassentrainings am Max-Planck-Gymnasium und am Hölderlin-Gymnasium in den letzten beiden Jahren mit 25 bis 30 Teilnehmenden seien doch wenig. Auch gebe es in verschiedenen Institutionen und Betrieben bereits Ansprechpartner zum Thema. Kristin Göthling (NT 14) wies dagegen auf drei Veranstaltungen für Fachkräfte hin: „Für solche Seminare hätten wir mal locker rund 6000 Euro zu zahlen gehabt.“ Auch Sven Singler, der Leiter des Nürtinger Amtes für Bildung, Soziales und Familie, betonte, dass Multiplikatoren geschult werden können. Laut Nicole Lauer (CDU) sollte darauf mehr der Schwerpunkt gelegt werden.

Der Zuschuss wurde mehrheitlich beschlossen. Gegenstimmen kamen von Kunzmann und seinem Fraktionskollegen Andreas Deuschle sowie von Werner Oelkrug (FDP), Lauer und Michael Brodbeck (Freie Wähler) enthielten sich.

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