125 Jahre Schwarz - Schreinerei und Küchenstudio

Seit 125 Jahren gibt es Schwarz – Schreinerei und Küchenstudio in Nürtingen

1901 gründete der Uropa des heutigen Inhabers, Frank Schwarz, seine Schreinerei in der Unterboihinger Straße 38 in Oberboihingen. Inzwischen ist mit Sohn Luis Schwarz bereits die fünfte Generation im Familienunternehmen in der Siemensstraße 6 in Nürtingen tätig.

Als Friedrich Schwarz zu Beginn des 20. Jahrhunderts sich mit seiner Schreinerei selbstständig machte, hätte er bestimmt nicht geglaubt, dass sein Urenkel und sein Ururenkel im nächsten Jahrhundert noch immer ihr Können und ihre Leidenschaft für den von ihm gegründeten Handwerksbetrieb einsetzen. Von den ganzen – vor allem technischen – Neuerungen, die sich in diesen 125 Jahren ergeben haben, wagte der Schreinermeister damals wahrscheinlich nicht mal zu träumen.

Die Menschen

In der Unterboihinger Straße 38 eröffnete Friedrich Schwarz 1901 seinen eigenen Betrieb. Dieser Standort sollte viele Jahrzehnte lang die Adresse des Handwerksbetriebs bleiben. Sohn Karl ließ es sich nicht nehmen und trat in die Fußstapfen des Vaters. Im Jahre 1947 übernahm Karl Schwarz die Firma. Und auch die dritte Generation setzte die Familientradition fort: Hermann Schwarz erlernte ebenfalls den Schreinerberuf. Ab 1965 lenkte der Handwerksmeister zusammen mit seiner Frau Elsbeth die Geschicke des Familienunternehmens.

„Wie der Vater so der Sohn“ – dieses Motto wird in der Familie Schwarz wahrlich gelebt. So verwundert es nicht, dass seit 1992 bereits die vierte Generation im Betrieb zu finden ist. Nach seiner Meisterprüfung trat Frank Schwarz in das elterliche Unternehmen ein. Leitete er anfangs den Familienbetrieb zusammen mit seinem Vater, übernahm er am ersten Tag des Jahres 2003 die alleinige Verantwortung. Die Krankheit des Vaters machte diesen Schritt für den damals gerade mal 35-Jährigen notwendig.

Sohn Luis, seines Zeichens Ururenkel von Friedrich Schwarz, ist seit zwei Jahren fest im Familienunternehmen tätig. „Zwar habe ich schon als Kind gesagt, dass ich hier einsteigen werde, aber so richtig darüber nachgedacht habe ich zum Ende meiner Schulzeit“, erzählt Luis Schwarz. „Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto besser – und auch sinnvoller – fand ich die Idee.“

Sein Vater erklärt: „Eine Schreinerausbildung zu machen, fanden wir in seinem Fall nicht notwendig.“ Denn Luis war seit 2020 in allen Ferien in der Siemensstraße 6 tätig – erst auf Minijob-Basis, dann als Werkstudent. „Er hätte in seiner Lehrzeit nicht so viel Neues und Wichtiges gelernt wie mit einem Studium.“ Und dafür zog es Luis Schwarz an die renommierte Hochschule in Rosenheim 2024 hatte der heute 24-Jährige dann sein Studium des Innenausbaus erfolgreich beendet und stieg in das Familienunternehmen ein.

Drei Jahre lang durchläuft der junge Ingenieur jetzt alle Bereiche, wie Planung, Fertigung und Montage. Denn: „Er muss überall Einblicke gewinnen und schlussendlich alles können, wenn er irgendwann das Unternehmen übernimmt und weiterführt“, erklärt sein Vater.

Der Standort

Lange Jahre fanden die Kunden ihren Ansprechpartner in Sachen Holz, Möbel, Küchen und Türen – wie erwähnt – in Oberboihingen in der Unterboihinger Straße 38. „Das Gebäude steht heute noch“, weiß Frank Schwarz. „So mancher mag sich an das Sportgeschäft erinnern, das lange Jahre dort war, heute ist eine Sattlerei in dem Eckhaus.“ Zwar wurde mehrmals am ursprünglichen Standort in Oberboihingen umgebaut, aber mit der Zeit waren die räumlichen Möglichkeiten an dieser Stelle einfach ausgeschöpft.

Ein passendes Grundstück fand Familie Schwarz in Nürtingen-Zizishausen, wo das Unternehmen noch heute zu finden ist. 1971 wurde das Gebäude in der Siemensstraße 6 neu errichtet und Menschen, Maschinen und Material zogen um nach Nürtingen. Nun gab es endlich genügend Platz für Werkstatt, Büro und Ausstellungsfläche. „Wir waren damals die ersten hier im Industriegebiet“, weiß Frank Schwarz noch genau. Inzwischen erfuhr der damalige Neubau einige Um- und Anbauten, ja sogar eine Aufstockung war dabei. Das Gebäude wurde immer wieder den Erfordernissen des Unternehmens angepasst.

Auch die Maschinen in der etwa 600 Quadratmeter großen Werkstatt wurden ständig erneuert und auf dem neusten Stand der Technik gehalten. Gerade in den letzten Jahren wurde vermehrt investiert. „Als ich wusste, dass Luis einsteigen wird, haben wir den Maschinenpark komplett getauscht“, erklärt der Senior-Chef. „Und auch das Gebäude haben wir optimiert – vor allem energetisch.“

Ein klares Zeichen dafür ist beispielsweise die Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Schließlich möchte ich Luis in ein paar Jahren die Firma so sauber übergeben, wie ich sie von meinem Vater übernommen habe.“

Heute

Im Jubiläumsjahr sind im Familienunternehmen zusammen mit Frank und Luis Schwarz 14 Mitarbeitende beschäftigt. Viele von ihnen gehören seit langen Jahren zum Team. Ausgebildete Fachkräfte sind alle – drei von ihnen haben sogar den Meisterbrief.

Und auch Auszubildende gehören zum Team. Erst jetzt, am 1. September, hat eine junge Frau ihre Ausbildung zur Schreinerin begonnen. „Wir hatten und haben immer ein bis zwei Azubis“ erzählt Frank Schwarz. „Die Ausbildung liegt uns am Herzen; schließlich sind die Azubis von heute die Fachkräfte von morgen.“

In der Unterboihinger Straße 38 startete Friedrich Schwarz 1901 in die Selbstständigkeit. Foto: privat
Der Firmengründer: Schreinermeister Friedrich Schwarz Foto: privat
1971 zog das Unternehmen als eines der ersten ins Gewerbegebiet Zizishausen. Foto: privat
Nicht nur äußerlich hat sich in der Siemensstraße 6 in Zizishausen einiges verändert. Foto: privat
Die vierte und fünfte Generation: Frank (rechts) und Luis Schwarz Foto: privat

Zur Startseite