Das letzte Nobelpreis-Geheimnis in diesem Jahr wird heute in Stockholm gelüftet: Frühestens um 11.45 Uhr wird bekanntgegeben, wer den Wirtschaftspreis in Gedenken an Alfred Nobel bekommt. Spannend dürfte sein, ob diesmal eine Frau mit der prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wird. Bislang sind unter den 99 Preisträgerinnen und Preisträgern nur drei Frauen. Damit ist der Wirtschaftspreis der Nobelpreis, der in der Vergangenheit am seltensten Frauen zugesprochen wurde.
In der vergangenen Woche waren bereits Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel diesmal zwei deutsche Forscher. Die berühmte Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die kanadische Dichterin, Übersetzerin und Essayistin Anne Carson. Den Friedensnobelpreis bekam die südafrikanische Spitzenjuristin Navanethem Pillay für ihren Einsatz gegen Völkermord und für Menschenrechte.
Der Wirtschaftspreis geht als einzige Auszeichnung nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück und heißt deshalb offiziell auch nicht Nobelpreis. Er wird erst seit 1969 vergeben.
2025 ging die renommierte Auszeichnung zur einen Hälfte an den israelisch-amerikanischen Wirtschaftshistoriker Joel Mokyr, zur anderen Hälfte an den Franzosen Philippe Aghion und den Kanadier Peter Howitt. Sie wurden für ihre Forschung zum stetigen Wachstum von Volkswirtschaften ausgezeichnet.
Einziger deutscher Preisträger war bislang der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten (1930-2016). Er war im Jahr 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für ihre wegweisenden Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie ausgezeichnet worden.
Dotiert ist der Wirtschaftspreis wie die anderen Nobelpreise in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen - einer Million mehr als in den Vorjahren. Umgerechnet entspricht das Preisgeld etwas mehr als einer Million Euro. Überreicht wird die Auszeichnung am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm. In diesem Jahr feiern die Nobelpreise übrigens ein Jubiläum: Die erste Vergabe fand vor 125 Jahren statt.
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