Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,3 Prozent

Die Inflation in der Eurozone steigt: Die Finanzmärkte erwarten fest eine Zinserhöhung der EZB. (Archivbild) Boris Roessler/dpa

Die Inflation in der Eurozone ist im August wegen hoher Energiepreise deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Juli hatte die Inflationsrate bei 2,9 Prozent gelegen. Damit liegt sie weit über dem Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Jahresinflation von zwei Prozent anpeilt.

Volkswirte rechnen fest damit, dass die EZB bei ihrem Zinsentscheid am 10. September die Leitzinsen erhöht. «Eine Zinserhöhung auf der EZB-Sitzung nächste Woche ist überfällig», schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Viele Unternehmen dürften den Kostenschub bei Energie an Kunden weitergeben.

Ähnlich äußerte sich Stephanie Schoenwald, Ökonomin bei der Förderbank KfW. «Für die EZB dürfte der Befund ausreichen, um im September einen weiteren Zinsschritt nach oben zu gehen.» Eine Notwendigkeit für darüber hinausgehende Zinserhöhungen sehe sie dagegen nicht, solange die Energiepreise der maßgebliche Treiber der Inflation blieben. 

Im August hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt. Hier meldet Eurostat ein Plus von 14,3 Prozent im Jahresvergleich. Hintergrund ist der Krieg zwischen dem Iran und den USA. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht, damit stockt der Ölfluss. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Preisniveau in der Eurozone im August um 0,4 Prozent. 

Auch in Deutschland hat die Teuerung an Fahrt gewonnen. Im August hatten steigende Preise für Heizen und Tanken die Inflationsrate auf 2,9 Prozent getrieben, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitgeteilt hatte. Noch kräftiger zogen die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 an.

© dpa-infocom, dpa:260901-930-614101/1

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