Wirtschaft

Evonik-Interimschef bekräftigt Ablehnung von BASF-Angebot

Evonik-Interimschef Claus Rettig hat in einem Interview die Ablehnung des bisherigen BASF-Angebots bekräftigt. (Archivbild) Fabian Strauch/dpa

Der Chemiekonzern Evonik lehnt das Übernahmeangebot von BASF ab. Das bekräftigte der Interims-Vorstandsvorsitzende Claus Rettig im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ»/Freitag). «Wer sagt denn, dass Größe allein besser ist? Wir sehen in anderen Branchen, dass der Trend zur Fokussierung geht», sagte Rettig.

BASF hatte zuletzt 24 Euro je Evonik-Aktie geboten, was Evonik mit mehr als elf Milliarden Euro bewertet. Evonik pocht aber auf Eigenständigkeit. «Was die BASF geboten hat, liefern wir auch selbst, da kommen wir in unserer Planung sicher drüber», sagte der 66-Jährige. Der Leiter des Asiengeschäfts hatte Anfang September bis auf weiteres zusätzlich die Aufgaben des erkrankten Evonik-CEO Christian Kullmann übernommen.

Rettig betonte in dem Interview, dass es eine klare Vorstellung gebe, wie der Konzern seinen Wert steigere. «Und bei der Konsolidierung unserer Industrie wollen wir selbst aktiv dabei sein», sagte er. «Wir haben etliche Ideen, aber Konsolidierung muss auch Wert schaffen und zu Wachstum führen. Wann immer sich dazu eine Option bietet, sind wir vorbereitet.» Es gebe Chancen für Wachstum in Deutschland, Europa und den USA: «Die finanzielle Feuerkraft haben wir durchaus. Aber bisher verfolgen wir Übernahmen nicht proaktiv.»

Sorgen davor, zum Übernahmeobjekt anderer Unternehmen zu werden, falls BASF das Interesse verliere, hat Rettig nicht. «Heute hört man hier und da, dass dann die Araber kämen. Das halte ich für totalen Blödsinn», sagte der Interims-Chef von Evonik. Ein Gegenangebot gebe es nicht.

Evonik-Finanzchef Michael Rauch hatte am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in einem Video auf Linkedin gesagt, dass Evonik «ein starkes Unternehmen, ein weltweit führender Anbieter in der Spezialchemie» sei. Dass man damit für andere Unternehmen interessant sei, sei gut nachvollziehbar. «Genauso klar möchte ich aber sagen: Evonik ist groß genug, Evonik ist stark und wir machen Evonik gerade noch stärker. Unser Portfolio wird nach den Maßnahmen, die wir derzeit umsetzen, noch mal viel attraktiver sein.»

Vergangene Woche hatte Evonik mitgeteilt, dass man auf der Basis der bis dahin vorliegenden Informationen nicht mit der BASF über eine Übernahme verhandele. «Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert», hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen signalisierte gleichzeitig die «Bereitschaft zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit der BASF» über die Positionen der beiden Unternehmen.

© dpa-infocom, dpa:261105-930-951247/1

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