Ausland

Waffenruhe um Oleschky: Moskau und Kiew reagieren positiv

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt Oleschky liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. (Archivbild) Ukrainian 34th Separate Marine B/Ukrainian 34th Separate Marine Brigade "Borysfen"/AP/dpa

Russland und die Ukraine haben nach einer entsprechenden US-Ankündigung positiv auf eine lokal begrenzte Waffenruhe in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt Oleschky reagiert. Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow sagte dem Verteidigungsministerium zufolge, im Rahmen einer humanitären Operation im Bereich von Oleschky würden die russischen Streitkräfte das Feuer in der Richtung Cherson einstellen. Die Waffenruhe gelte am Dienstag ab 4.00 Uhr Moskauer Zeit (2.00 Uhr MEZ). Wie lange sie dauern soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt. 

Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez kündigte an, dass gemäß der Vereinbarung eine Waffenruhe gewährleistet werde, humanitäre Hilfsgüter dorthin geliefert würden und die freie Bewegung der Einwohner aus Oleschky sichergestellt werde.

Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, dass First Lady Melania Trump eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt habe. In der Mitteilung hieß es, dass beide Konfliktparteien vereinbart hätten, dort die Kampfhandlungen ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen. Auch der Papst hatte Kremlchef Wladimir Putin bereits zu einem Waffenstillstand an der Frontstadt aufgefordert.

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt Oleschky liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die prekäre humanitäre Lage. Die Gebietshauptstadt Cherson ist in ukrainischer Hand und nur neun Kilometer entfernt. Dazwischen verläuft die Front.

Melania Trump verkündet die begrenzte Waffenruhe. (Archivbild) Mark Schiefelbein/AP/dpa

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Evakuierung werde mindestens einige Tage dauern. Wer wolle, könne Oleschky verlassen. Russland begrüße die Bemühungen der First Lady Melania Trump. Sie habe einen wesentlichen Beitrag zur Koordinierung der humanitären Operation um Oleschky geleistet. In dem jüngsten Telefonat von Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump sei es auch darum gegangen. 

Der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, erklärte auf der Plattform Telegram, in Kürze werde eine Operation zur «Entsperrung» von Oleschky beginnen. Das Ziel sei die Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors für eine sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern. Um das Ziel zu erreichen, werde in Kürze eine Waffenruhe vereinbart, wie Melania Trump es mitgeteilt habe.

Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Der Kreml warf der ukrainischen Armee wiederholt vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern.

© dpa-infocom, dpa:261023-930-885303/1

Zur Startseite