US-Präsident Donald Trump sieht nach wie vor nur sich als legitimen Träger des Friedensnobelpreises. «Die Vereinigten Staaten von Amerika, vertreten durch mich als Ihren Präsidenten, hätten den Friedensnobelpreis erhalten sollen - haben ihn aber nicht bekommen», sagte er am Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Syracuse im US-Bundesstaat New York. Von der am Freitag mit der Auszeichnung geehrten südafrikanischen Juristin Navanethem Pillay habe er noch nie gehört.
Trump begründete seine Ansicht erneut mit der Behauptung, er habe während seiner Amtszeit acht Kriege beendet. Er wies zudem darauf hin, er habe die Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas im Gazastreifen befreit und Grönland bekommen. «Trotz all dem und all dieser unglaublichen Leistungen wurde der Nobelpreis heute an eine liberale Person verliehen, die bei den Vereinten Nationen arbeitet und von der noch nie jemand gehört hat. Ich habe noch nie von dieser Person gehört.» Er fügte hinzu: «Trotzdem: Glückwunsch.»
Trump kritisierte Norwegen für die Entscheidung, nicht ihm den Preis zuerkannt zu haben. «Das ist ein unauslöschlicher Fleck auf dem Land Norwegen und auf den Menschen, die eine so beschämende und peinliche Entscheidung getroffen haben.» Der Friedensnobelpreis sei für immer diskreditiert worden durch eine «Handvoll radikaler Ideologen», die antidemokratisch seien und in Wahrheit Feinde der Zivilisation.
Er fügte hinzu: «Wir werden Norwegen nicht vergessen, dass sie diesen Preis nicht für die größte Bilanz in der Geschichte vergeben haben.» Die USA hätten acht Nobelpreise haben sollen - einen für jeden von seinem Land beendeten Krieg. «Dass sie den Friedensnobelpreis nicht den Vereinigten Staaten von Amerika verliehen haben, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, wie Norwegen und all diese anderen unser Land ausnehmen.»
Die Vergabe des Friedensnobelpreises liegt allein bei einem unabhängigen Nobelkomitee und nicht bei der norwegischen Regierung. Bereits im Vorjahr hatte Trump Norwegen dafür kritisiert, nicht ihm, sondern der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado den Preis zu verleihen. Sie hatte diesen dann symbolisch Trump zugedacht.
Pillay wurde für ihren Einsatz «zur Förderung von Frieden und Völkerrecht» ausgezeichnet. Die 85-Jährige kämpfte bereits als junge Anwältin gegen die Apartheid in Südafrika und machte später als internationale Spitzenjuristin Karriere. Die US-Regierung verhängte am Freitag kurz nach Verkündung der Preisträgerin Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), an dem Pillay von 2003 bis 2008 Richterin war.
Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. In diesem Jahr waren 287 Kandidaten für den Preis nominiert. Dotiert ist er mit umgerechnet etwas mehr als einer Million Euro.
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