Ein F-16-Kampfjet der rumänischen Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest eine mit Sprengstoff bestückte Seedrohne nahe einer Gasförderplattform im Schwarzen Meer unschädlich gemacht. Ein Handelsschiff habe am Morgen die treibende Seedrohne nahe der Plattform «Neptun Alpha» etwa 80 Seemeilen östlich von Constanta gemeldet, hieß es. Rumäniens Präsident machte Russland für die Drohne verantwortlich.
Nach der Meldung durch das Handelsschiff starteten den Angaben nach die zwei Jets. Eine Maschine habe das Ziel mit seiner Bordkanone erfolgreich ins Visier genommen. Ein Schiff der Küstenwache rückte zu der Drohne aus. Ein Team zur Kampfmittelbeseitigung der rumänischen Marine an Bord habe die Seedrohne zerstört. Es werde die Drohne nun näher untersuchen, teilte das Ministerium weiter mit.
Die Plattform «Neptun Alpha» gehört zum Offshore-Förderprojekt «Neptun Deep» im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres. Es ist das größte Erdgasprojekt des Landes. Es wird zu gleichen Teilen von Petrom, einer Tochterfirma des österreichischen Energie-Konzerns OMV, und dem rumänischen Staatskonzern Romgaz entwickelt. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant und soll Rumänien zum größten Gasproduzenten der EU machen.
Der rumänische Präsident Nicusor Dan verurteilte «die Eskalation verantwortungsloser Vorfälle» durch Russland aufs Schärfste. Rumänien werde sich weiter an der Seite seiner Nato-Verbündeten verteidigen und «derartige Provokationen abwehren», teilte er nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax mit.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf der Plattform X von «hybrider Kriegsführung». «Derzeit findet eine eskalierende Drohkampagne statt, die unsere Bürger verunsichert und darauf abzielt, unsere Union zu spalten.»
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