Inland

Frage um SPD-Vorsitz - Klingbeil: Klebe nicht am Stuhl

Ob Klingbeil wieder als Parteichef antritt, hat er offengelassen. Christoph Reichwein/dpa

Der SPD-Bundesvorsitzende und Finanzminister Lars Klingbeil hat offengelassen, ob er im Januar erneut als Parteichef antritt, klebt aber nach eigenen Worten nicht an seinem Stuhl. Bei einem Mitgliederkonvent der Ruhr-SPD in Bochum appellierte er, egal wer an die Spitze gewählt werde, brauche «die Solidarität der ganzen Partei». Später, nach Abschluss der Veranstaltung, ergänzte er vor Medienvertretern, er sei sehr gerne Parteivorsitzender, er wisse aber um Kritik an ihm. 

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und Co-Vorsitzende Mitte Oktober soll die Parteispitze im Januar neu gewählt werden. «Wir sind jetzt in einer ganz besonderen Situation. Ich weiß auch, dass es Kritik gibt, ich fordere diese Kritik auch ein, weil mein Ziel ist, dass die SPD sich bestmöglich mit dem Parteitag Mitte Januar aufstellt.»

Vizekanzler Klingbeil betonte: «Wir sind in sehr schwierigen Zeiten. Wir sind in einer Lage, die wirtschaftlich, vom Haushalt her, ökonomisch, auch außenpolitisch wahnsinnig schwierig ist und da braucht die SPD die beste Aufstellung.» Die Entscheidung treffe er nicht alleine. Das werde gerade intern miteinander diskutiert. Wann der Vorschlaf komme, könne er noch nicht sagen. 

«Aber für mich ist das Wichtige, dass es die bestmögliche Aufstellung für die SPD ist und da klebe ich auch nicht am Stuhl, sondern sage: Ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass diese bestmögliche Aufstellung am Ende erreicht wird.» 

Der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil hatte eine Kandidatur für den Parteivorsitz kürzlich nicht ausgeschlossen. Gute Aussichten für die Doppelspitze werden auch Manuela Schwesig, Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern, zugerechnet.

© dpa-infocom, dpa:261107-930-960232/1

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