Inland

CDU-Politiker spendet für AfD und empfiehlt deren Wahl

Ein CDU-Kommunalpolitiker hat der AfD in Sachsen-Anhalt mehrere tausend Euro gespendet. (Symbolbild) Julian Stratenschulte/dpa

Ein CDU-Politiker aus Sachsen-Anhalt soll der AfD 10.000 Euro gespendet und zugleich eine Wahlempfehlung für die Partei ausgesprochen haben. Die AfD bestätigte auf Anfrage den Eingang der Spende in zwei Tranchen von je 5.000 Euro. Zuerst hatte die Magdeburger «Volksstimme» berichtet. Der Spender war für Nachfragen zunächst nicht zu erreichen. 

Spender ist der Fuhrunternehmer Bernd Prange, der für die CDU im Stendaler Kreistag sitzt und Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen in der Altmark ist. In einem Brief an die Landes-CDU, aus dem die «Volksstimme» zitiert, begründet Prange seine Spende mit «tiefer Sorge um unser Land».

Er finde seine konservativen Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität in der CDU immer weniger vertreten, wird Prange wiedergegeben. «Stattdessen erlebe ich eine Partei, die sich Schritt für Schritt nach links bewegt, ihre Brandmauer zur AfD immer höher zieht und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften akzeptiert oder sogar forciert.»

Er habe die Sorge, «dass Teile der CDU dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen», hieß es weiter. Prange kündigt an, bei der Landtagswahl am 6. September die AfD zu wählen und hofft bei Konservativen auf Nachahmung, «damit die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt und die CDU zur Erkenntnis gelangt, dass sie ihren Kurs ändern muss». 

Der sachsen-anhaltische CDU-Generalsekretär Mario Karschunke kritisierte das Verhalten von Prange scharf und drohte mit einem Parteiausschlussverfahren. «Wir nehmen die Berichterstattung um eine mögliche Spende eines CDU-Mitglieds aus dem CDU-Kreisverband Stendal sehr ernst», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Focus». Sollte sich der Vorgang bewahrheiten, stelle das einen sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang dar.

Laut Nachrichtenmagazin «Focus» wolle der CDU-Politiker diesen Schritt provozieren. «Ich will, dass sie mich rausschmeißen», wird Prange zitiert. «Die CDU ist nicht mehr meine Heimat und Zukunft.»

Die AfD ist in Sachsen-Anhalt als rechtsextreme Bestrebung eingestuft. In Umfragen zur Landtagswahl kommt sie derzeit auf Werte von mehr als 40 Prozent der Zweitstimmen und liegt damit weit vor der CDU.

© dpa-infocom, dpa:260820-930-555961/1

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