Elon Musks Elektroautobauer Tesla hat Ärger mit der US-Verkehrsaufsicht nach dem Betriebsstart seines Robotaxis Cybercab ohne Lenkrad und Pedale. Die Behörde NHTSA verweist in einem Fragenkatalog unter anderem auf die Regel, dass Fahrzeuge im US-Straßenverkehr eine per Fuß bedienbare Bremse haben müssen – und will wissen, wie ein Cybercab ohne Pedale dieser Sicherheitsvorschrift entsprechen kann. Für eine Antwort bekam Tesla Zeit bis Ende September. Bei fortlaufender Regelverletzung drohen Strafen von bis zu 139 Millionen Dollar (121 Millionen Euro).
Tesla hatte nach einem in den USA üblichen Verfahren vor dem Betriebsstart einiger Cybercabs im texanischen Austin Anfang September selbst versichert, dass die Fahrzeuge den gängigen Verkehrssicherheits-Vorschriften entsprechen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hatte sofort Fragen dazu. Denn eigentlich müssen alle Wagen auf US-Straßen ein Lenkrad und Pedale haben. Der führende Robotaxi-Anbieter Waymo etwa behielt die Steuerelemente in tausenden seiner Fahrzeuge bei, die ohne einen Menschen am Steuer unterwegs sind. Zum Beispiel Polizei oder Feuerwehr können darauf bei Bedarf zurückgreifen.
Es gibt auch eine Ausnahmeregelung: Nach einer Prüfung durch die NHTSA können Unternehmen die Erlaubnis bekommen, bis zu 2.500 Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale auf die Straße zu bringen. Davon machte etwa die Amazon-Tochter Zoox Gebrauch, die in Las Vegas und San Francisco Menschen in ihren neuartigen Beförderungskapseln transportiert.
Tesla beantragte eine solche Erlaubnis aber nicht. Einige Cybercab-Passagiere berichteten unterdessen, sie hätten auf dem Display des Wagens beim Einsteigen Steuerelemente gesehen – die allerdings nicht auf ihre Eingaben reagiert hätten. Möglicherweise betrachtet Tesla diese Funktion als angemessenen Ersatz für Lenkrad und Pedale.
Tesla-Chef Musk hatte verkündet, dass autonomes Fahren und humanoide Roboter die Zukunft des Elektroauto-Herstellers bestimmen würden. Anders als Waymo und andere Robotaxi-Entwickler verzichtet Tesla auf teurere Laser-Radare, die die Umgebung von Fahrzeugen abtasten und setzt ausschließlich auf Kameras. Dieser Ansatz ist zwar günstiger, wird aber von Experten und Konkurrenten als nicht sicher genug kritisiert. Musk beharrt darauf, dass Kameras ausreichend seien. Trotz großer Ankündigungen des Tech-Milliardärs brachte Tesla bisher nur wenige selbstfahrende Wagen ohne menschliche Aufsicht auf die Straße.
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