Sven Rahlfs, Frickenhausen. Zum Artikel „Der Schusterbrunnen am Rathaus sprudelt wieder“ vom 9. Juli.
Es ist erfreulich, dass der Schusterbrunnen in unserer neu gestalteten Ortsmitte wieder sprudelt. Doch die Begleitmusik, die Bürgermeister Blessing im Bericht anstimmt, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Während der Schultes stolz von seiner via App gesteuerten „Jetbrunnen-Düse“ Marke Eigenbau berichtet, bleibt eine dringende Frage auf der Strecke: Wo bleibt der Trinkbrunnen für die Bürgerinnen und Bürger in Frickenhausen?
Bereits zum Haushalt 2025 hatte die SPD-Fraktion den Antrag für einen Trinkbrunnen eingebracht, eine absolut notwendige Ergänzung in Zeiten immer heißerer Sommer, wie sie viele Nachbargemeinden längst erfolgreich vorweisen. Die Reaktion der Verwaltung damals? Abwimmeln mit den üblichen Bedenken: Vandalismus, Hygiene und Vereisung. Als „Alternative“ wurde ein Wasserspender im Windfang des Rathauses in Aussicht gestellt. Ein echter Beschluss oder gar eine Umsetzung? Bis heute Fehlanzeige.
Dabei ist dieser Alternativvorschlag an Absurdität kaum zu überbieten: Was nützt den Menschen ein Trinkwasserspender im Rathaus-Windfang, wenn dieser außerhalb der Öffnungszeiten und am Wochenende, also genau dann, wenn das Leben auf dem Platz tobt, verschlossen ist? Zudem sind Hygiene und Vandalismus dort im Windfang genauso ein Thema wie draußen.
Umso ironischer ist die aktuelle Realität: Der vom Bürgermeister eigenmächtig installierte „Mini-Jetbrunnen“ funktioniert genau deshalb nicht, weil ihm ein Passant prompt „den Kragen abgedreht“ hat. Ausgerechnet das Vandalismus-Argument, das man jahrelang gegen gesundes Trinkwasser ins Feld geführt hat, holt den Schultes bei seiner persönlichen Spielerei nun selbst ein.
Wir brauchen in der Ortsmitte keine technischen Spielereien per Smartphone-App zur Belustigung des Bürgermeisters, sondern eine verlässliche, hitzegerechte Infrastruktur für die Menschen vor Ort – und zwar für alle zugänglich.
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