Leserbriefe

Wer kauft denn so etwas?

Gerrit Pohl, Nürtingen. Zum Artikel „Autobranche tagt in Nürtingen“ vom 16. Oktober.

Ach, jetzt könnte ich mich ja einmal positionieren und ein wenig verzichten! Am Tag zuvor lese ich nicht erstaunt, eher zur Kenntnis nehmend im Artikel „EU rüstet sich für Handelskrieg“, dass China alles nur Erdenkliche hoch subventioniert und die eigene Landeswährung, den Renminbi, stark unterbewertet, was den Wettbewerbsvorteil noch weiter erhöht. Nichts Neues eigentlich. Da gibt es noch deutlich mehr. Die globalen Ziele der Volksrepublik sind ja auch schon geraume Zeit klar benannt. Nun wird das auch auf dem IfA‑Branchengipfel thematisiert, fast schon panisch. „Ganz nachvollziehbar ist mir das nicht.“ Ich sehe auf einem der Bilder ganz nette, zweifelsohne attraktive, hübsch lackierte chinesische Fahrzeuge, hoch subventioniert und die europäische Wirtschaft massiv schädigend, aus der extrem totalitären Volksrepublik. 2,5 bis 3 Millionen Fahrzeuge werden allein nach Deutschland importiert. Der Kauf ist freiwillig! Komplett freiwillig. Glaubt man der Statistik, so ist auf jeden Fall in den allermeisten Fällen keiner der Käufer in einer solch prekären wirtschaftlichen Situation, um nur aufgrund der Prämien überleben zu können. Wenn es dann für uns so existenziell und wichtig ist, solche Ängste erweckt; wer kauft sich denn so ein „Unrechtsfahrzeug“ nur, um ein paar Tausend in den nächsten Urlaub schieben zu können? Sie doch bestimmt nicht! Sie kaufen doch sicher auch keinen süßen Wein aus dem besetzten Westjordanland, den sie abends gemütlich verköstigen, oder tragen Goldschmuck aus Myanmar. Oder doch?

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