Wolfgang Clausnitzer, Nürtingen. Zum Leserbrief „Jetzt ist die Linke dran“ vom 30. September und Kommentar „Es geht um alle“ vom 2. Oktober.
Im Gefolge der Berliner Wahlen, zunehmend unerträglich, häufen sich in Kommentaren und Leserbriefen die plakativen, kaum durch Tatsachen zugänglichen Vorwürfe, eher Mutmaßungen und Stimmungsmache gegen die Berliner Linke wegen angeblichen Antisemitismus. 150 bekannte jüdische Persönlichkeiten in Deutschland wehrten sich jüngst in einem offenen Brief dagegen: „... Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut der Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. ..“
Geht’s noch? Da wollten doch die Nachkommen der Mörder in Deutschland lebenden Juden erklären, was Antisemitismus ist. Die AfD-Gefahr blieb eher randständig. Mit etwas Islamophobie und antipalästinensischer Stimmungsmache ist man dann wieder auf deutschem Boden. Längst werden die Übergänge nach rechts unkenntlicher: Für Herrn Merz sind die Vorstädte undeutsch. Sachsens Innenminister will das Grundrecht auf Asyl abschaffen. Frau Klöckner hängte die Regenbogenfahne, Symbol der Toleranz, am Bundestag ab. Herr Özdemir musste am 28. Februar des Jahres, kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg, noch loswerden, etwas kaschiert zwar, dass wir mehr abschieben müssen. Herr Deuschle von der CDU-Fraktion des Nürtinger Gemeinderats befürwortete im Fernsehen den Abriss der Brandmauer zur AfD. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den 23. März 1933, als das Ermächtigungsgesetz zur Errichtung der Nazidiktatur im Reichstag abgestimmt wurde. Die Vorläuferparteien der heutigen CDU/CSU, Zentrum und Bayerische Volkspartei, stimmten als Zünglein an der Waage zur Zweidrittelmehrheit dafür. Nur die Rest-SPD zeigte Mut. Damals.
Leserbriefe | 21.10.2026 - 05:00
Trump kocht nur mit Wasser
Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Verheerendes Signal“ vom 12. Oktober.
Ich gebe Herrn Kegel Recht: Das Signal, das Donald Trump mit seinem Diesel-Deal aussendet, ist (wieder mal) verheerend. Trotzdem sollte man auf das Phänomen Trump ...
Leserbriefe | 21.10.2026 - 05:00
Mal angenommen, es brennt
Christoph Röcker, Nürtingen. Zur Sitzung des Gemeinderats am 06.10.2026
Interessant war das, was vermutlich nicht so im Protokoll stehen wird: Die verstörend vagen Ausflüchte der Stadtverwaltung bei den von Stadtrat Färber gestellten Fragen zu ...