Jürgen Merkle, Neuffen. Zum Artikel „Das ändert sich für die Versicherten“ vom 11. Juli.
Die Politik fordert von den gesetzlich Versicherten immer höhere Beiträge und verkauft das als notwendige Gesundheitsreform. Gleichzeitig schweigt sie über ein milliardenschweres Privileg: die Beihilfe für Beamte. Die Beihilfe kostet die Steuerzahler inzwischen rund 20 Milliarden Euro pro Jahr. Finanziert wird sie von allen Bürgern – auch von denen, die selbst immer tiefer in die Tasche greifen müssen, um ihre Krankenversicherung zu bezahlen.
Doch damit nicht genug: Viele Beamte sind privat versichert und erhalten dadurch häufig schneller Facharzttermine als gesetzlich Versicherte. Während Kassenpatienten oft wochen- oder monatelang auf eine Behandlung warten, werden Privatpatienten vielerorts bevorzugt. Wer das erlebt, fragt sich zu Recht, was am Grundsatz der Gleichbehandlung noch übrig ist. Eine Gesundheitsreform, die nur Beitragszahler belastet, aber teure Sonderregelungen unangetastet lässt, verdient ihren Namen nicht. Wer Solidarität fordert, muss sie auch selbst leben.
Es ist nicht vermittelbar, dass Millionen Menschen steigende Beiträge zahlen, während ein steuerfinanziertes Beihilfesystem bestehen bleibt und gleichzeitig eine Zwei-Klassen-Medizin den Alltag prägt. Eine gerechte Reform muss alle Beteiligten einbeziehen – ohne Privilegien und ohne Sonderrechte. Gesundheit darf nicht vom Versicherungsstatus oder vom Berufsstand abhängen. Nur dann kann das Vertrauen der Bürger in unser Gesundheitssystem zurückgewonnen werden.
Leserbriefe | 25.07.2026 - 05:00
Musik wird nicht reichen
Maike Pfuderer, Stuttgart. zum Artikel „Ich will junge Leute in die Kirchen holen“ vom 18. Juli.
Popmusik ist eine gute Sache – nur ob sie die Kirche vor weiterem Mitgliederschwund bewahren wird? Als ehemalige Angehörige der Landeskirche habe ich da ...
Leserbriefe | 25.07.2026 - 05:00
Wie es zum Naturhotel kam
Fritz Eisele, Nürtingen. Zum Artikel „Die große und die kleine Politik im Blick“ vom 10. Juli.
Sieben Jahre nach Ende der Amtszeit als OB wäre es gut, wenn man im Rückblick auf sein Wirken bei den Tatsachen bliebe. In dem Interview entsteht der ...