Ragini Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Gen Z-Proteste werden von Gewalt überschattet“ vom 2. November.
Eine zwiespältige Erleichterung lag in der Luft nach der Gen‑Z-Kundgebung in Stuttgart am 31. Oktober. Ging es doch einerseits um sehr berechtigte Schüler- und Jugendproteste, die nun endlich politische Antworten brauchen, zugleich galt für die jüdische Gemeinde ein „erhöhtes Sicherheitsrisiko“ entlang der Kundgebungsstrecke. Tage zuvor war im Netz erkennbar, dass die einen keine Gewalt wollten, andere sich jedoch genau diese wünschten. Plakate und Posts im Internet widersprachen sich immer wieder. Ein Vermummter auf dem Plakat zum Beispiel konnte nicht für Gewaltlosigkeit überzeugen.
Teile der Gen‑Z-Bewegung hatten dies erkannt und zogen sich von den Planungen am 31. Oktober zurück, um gleichwohl die Ziele des Protestes auf jeden Fall zu unterstützen. Andere suchten den Schulterschluss mit jenen, die unsere Demokratie verachten und aus der Menschenmenge heraus ihre ideologischen Parolen lautstark verbreiten. In Stuttgart überlagerten die Verächter unseres Staates immer wieder das eigentlich seriöse Anliegen junger Menschen. Wo zum Beispiel üble Parolen, Palästina-Flaggen, YS-Symbole und Gewalt zu Kennzeichen der Kundgebungen werden, entsteht der fatale Eindruck, die Demokratieverächter hätten bereits Teile des legitimen Protestes gekapert. Ein Schulterschluss mit ihnen übertönt nicht nur den berechtigten Protest, er erzeugt auch politisch eine fatale Gemengenlage – und blockiert unser aller Zukunft.
Leserbriefe | 05.11.2026 - 05:00
Mehr Respekt gefordert
Gerhard Haller, Nürtingen.
Mit großem Befremden beobachte ich in jüngster Zeit die Debatten zwischen den Generationen. Es entsteht vermehrt der Eindruck, dass viele Vertreter der sogenannten Generation Z mit einer beunruhigenden Arroganz auf die ...