Simon Kromer, Nürtingen. Zum Artikel „Kapitalismus in Sackgasse?“ vom 3. August. Herr Findeisen erklärt, dass die USA in den Siebzigerjahren die Golddeckung ihrer Währung aufgegeben hätten. Genau genommen ist das durchaus richtig. Eigentlich aber wurde damals nur ein von vornherein instabiles System beendet, das allen anderen Währungen seit dem Bretton-Woods-Abkommen von 1944 erlaubte, ihre Währungen zu inflationieren, weil sie sie jederzeit gegen Dollars eintauschen konnten, die wiederum gegen Gold eintauschbar waren. Es war also schon damals klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis die Amerikaner aufhören, ihr Gold zu geringen Preisen an den Rest der Welt zu verteilen, und dieser Zeitpunkt war 1971 einfach gekommen. Wer kann ihnen das übel nehmen? Was ich ihnen, genauer gesagt Präsident Roosevelt, übel nehme, ist, dass sie 1933 nicht nur die Goldeinlösepflicht der amerikanischen Banken für US-Dollars beendet hatten, sondern ihren Bürgern sogar jeglichen Besitz von Gold, abgesehen von Schmuck, verboten. Der Staat schützt also den Goldstandard nicht, er vernichtet ihn, und das hat er im Grunde schon wesentlich früher getan, als in dem Artikel zu lesen war.
Der eigentliche Goldstandard ist ein ganz freiwilliges System von Geldnutzern, die durch praktische Erfahrung schließlich zur Einsicht gelangen, dass Gold als Edelmetall die praktischste und stabilste Währung ist. Außerdem ist es übrigens auch eine Ware, die genauso gut als effizienter Stromleiter oder Schmuckgegenstand verwendbar ist. Hier liegt Herr Findeisen daher falsch: Die Abkehr vom Goldstandard gibt der Währung keine Warenfunktion, sondern nimmt sie ihr ganz im Gegenteil und daher auch den stabilen Wert, den eine Währung als stabiles Tauschmittel benötigt. Dem Staat, der ungedecktes Geld drucken muss, um Kriege und andere Ausgaben zu finanzieren, ist dieser Wert ein Dorn im Auge, weswegen er immer versuchen wird, ein Währungsmonopol zu erlangen, um ihn mit der Zugabe von wertlosem Papiergeld zu mindern.
Leserbriefe | 06.02.2026 - 05:00
Eine Idee von Besserverdienenden
Jürgen Merkle, Neuffen. Zum Artikel „Zahnbehandlung nicht mehr als Kassenleistung“ vom 2. Februar.
Dieser Bericht schreit nach einem Leserbrief. Dass aus CDU-Wirtschaftskreisen vorgeschlagen wird, zahnärztliche Leistungen weiter aus der gesetzlichen ...
Leserbriefe | 06.02.2026 - 05:00
Beängstigende Ambitionen
Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wenn AfD-Politiker in das Visier der Strafjustiz geraten“ vom 4. Februar.
Auf Seite 3 der Zeitung vom 4. Februar wird AfD-Kandidat Markus Frohnmaier zitiert: Extremismus habe in der AfD keinen Platz. Frohnmaier ...
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