Leserbriefe

Déjà-vu beim Stadtticket

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Das Stadtticket steht erneut auf der Kippe“ vom 16. April.

Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, habe ich aus dem Archiv der NTZ meinen Leserbrief „Stadtticket“ vom 17. Mai 2025 hervorgekramt. Und voilà, bis auf ein paar Zahlen, die der Preiserhöhung zum Opfer gefallen sind, könnte ich ihn Wort für Wort genauso wieder einreichen. Auch das Szenario ist identisch. Die Stadtverwaltung, der OB, der Seniorenrat, der Jugendrat (warum nicht auch der Inklusionsrat?) und drei Fraktionen befürworten die Weiterführung des Stadttickets.

Und sie haben gute Argumente: Verkehrswende: weniger Autos, mehr ÖPNV, Entlastung der Parkplatzsituation, niederschwelliges Mobilitätsangebot auch für kleine Geldbeutel. Nur die CDU und die Freien Wähler haben sich offensichtlich in den Kopf gesetzt, das Stadtticket zu kündigen, obwohl die Mittel dafür bis 2027 im Haushalt bereitgestellt sind. Bleibt zu hoffen, dass der Gesamtgemeinderat auch in diesem Jahr noch einmal die Notbremse zieht.

Jeder, der diesen Leserbrief liest und das Stadtticket gerne behalten möchte, kann am 5. Mai als Zuhörer in der Gemeinderatssitzung Präsenz zeigen. Es ist gut zu wissen, dass es bei der Abstimmung prinzipiell keinen Fraktionszwang gibt und jeder Gemeinderat nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Mit dem Stadtticket kostet einen Tag Busfahren für bis zu fünf Personen acht Euro, für Einzelpersonen vier Euro. Und man kann vor und nach der Fahrt völlig unbeschwert die Innenstadt beleben.

Ich habe einfach keine Lust, eines Tages im Bus und in der Stadt Menschen zu begegnen, die gerade von einem Busfahrer darüber informiert wurden, dass es in Zukunft kein Stadtticket mehr geben wird, und dass die Einsparidee mit der Zehnerkarte (51 Euro) von Herrn Kunzmann nur online verfügbar und natürlich vor Antritt der Fahrt zu bezahlen ist. Natürlich werde ich solche Menschen darüber informieren, wem sie dieses Ärgernis zu verdanken haben.

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