Walter Stahli, Nürtingen. Zu den Artikeln „Schwarz-Rot erwägt höheren Pflegebeitrag für Kinderlose“ vom 27. Mai und „Kinder sollen für Pflege der Eltern zahlen – Streit in Koalition“ vom 8. Juni.
Dass Kinderlose höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen sollen, ist mittlerweile unumstritten. Die Frage ist jedoch, wie hoch diese Beiträge künftig sein sollen. Der derzeitige Zuschlag von lediglich 0,7 Prozent für die rund ein Viertel kinderlosen Bürger ist viel zu gering.
Zwar sind davon auch viele Menschen betroffen, die keine Kinder bekommen können. Gegenüber den zahlreichen sogenannten Antinatalisten – sowohl Paaren als auch Singles, die freiwillig auf Kinder verzichten – erscheint diese Regelung jedoch gerecht.
Den von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgeschlagenen höheren Anteil der Kinder an den Heimkosten ihrer Eltern halte ich für falsch. Schließlich zahlen die Kinder bereits Beiträge in die Pflegeversicherung ein. Außerdem werden viele Pflegebedürftige über lange Zeit und vor einem Heimaufenthalt in der Familie betreut und verursachen dadurch deutlich geringere Kosten.
Das eigentliche Problem sind aus meiner Sicht die pflegebedürftigen Kinderlosen, deren Altersbezüge nicht ausreichen, um die Heimkosten zu decken. Wer kommt in diesen Fällen für die Kosten auf? Eigene Kinder haben Kinderlose schließlich nicht. Wird der Fehlbetrag wie bisher aus Steuermitteln finanziert, geschieht dies wiederum – wenn auch indirekt – zulasten fremder Kinder. Künftig müssen diese, oftmals selbst nicht besonders wohlhabenden Kinder sowohl für die Pflege ihrer eigenen Eltern als auch für die Pflege fremder Eltern aufkommen. Ist das gerecht?
Die Kinder von Frau Warken werden, falls dies einmal notwendig werden sollte – was ich ihr ausdrücklich nicht wünsche –, von solchen Zahlungen vermutlich nicht betroffen sein. Die hohen Altersbezüge von Ministern ermöglichen in der Regel eine vollständige Deckung der Heimkosten und darüber hinaus.
Leserbriefe | 08.09.2026 - 05:00
Wenn sich Leistung lohnen muss
Uwe Jirikovsky, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Viel Zank und wenig Entlastung“ vom 3. September.
SPD und CDU versprechen, die arbeitende Mitte spürbar zu entlasten. Finanzminister Klingbeil stellt Familien „bis zu 600 Euro“ Entlastung in Aussicht, ...
Leserbriefe | 08.09.2026 - 05:00
DDR-Annäherungen – ein Bürgerbegehren?
Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Ein Wahlkampf, der vor allem eine Warnung ist“ vom 26. August.
Wenn Politiker den Mund zu voll nahmen und einer finanziell gescheiterten DDR „blühende Landschaften – ad hoc“ versprachen, war für ...