Leserbriefe

Die Folgen der S21-Verspätung

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Stuttgart 21 geht nicht vor 2029 in Betrieb“ vom 27. Februar

Noch im Koalitionsvertrag von 2021 hatten Grün-Schwarz für einen Ergänzungs-Kopfbahnhof in Stuttgart plädiert, um die vorhersehbaren Kapazitätsengpässe mit dem Deutschlandtakt und die Überschneidungen von Fern- und Regionalbahn auf den nur acht Gleisen des Durchgangsbahnhofes zu entschärfen. Es kam anders. Die Bahn pochte auf die Lösung des Problems durch Digitalisierung (ETCS) und der derzeitige Kopfbahnhof soll 2027 vollständig gesprengt werden, wie das in Deutschland für noch nützliche Dinge derzeit üblich ist. Nun der Scherbenhaufen.

Was bedeutet das für unsere Region? Die ab nächstem Jahr geplanten halbstündlichen Zug-Halte Stuttgart–Tübingen wird es nicht geben. Die direkte Anbindung von Nürtingen an Messe/Flughafen bleibt Zukunftsmusik. Die S-Bahn-Verlängerung nach Nürtingen gibt es, wenn überhaupt, dann zumindest nicht im geplanten Halbstundentakt. Die beiden Wendlinger Tunnelrohre werden die nächsten Jahre an die seltenen Fledermäuse der Welt vermietet, hoffentlich nicht mit Kündigungsschutz wie bei der Hermann-Hesse-Bahn. Und positiv: Den RE Wendlingen–Ulm könnte es noch lange geben.

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