Sven Rahlfs, Frickenhausen. Zum Artikel „Die Koalition spaltet den Sport“ vom 29. Mai.
Mit Interesse habe ich den Artikel über die neuen Zuständigkeiten im Sport gelesen. Als aktiver Sportler, DOSB-Lizenztrainer und Vorsitzender eines Vereins mit rund 1600 Mitgliedern sehe ich die Entwicklung ebenfalls mit Sorge.
Im Vereinsalltag erleben wir jeden Tag, wie wichtig kurze Wege und klare Ansprechpartner sind. Sport besteht eben nicht nur aus Wettkämpfen und Förderprogrammen, sondern vor allem aus Ehrenamt, Jugendarbeit und dem Engagement vieler Menschen, die ihre Freizeit für andere einsetzen. Wenn die Zuständigkeiten künftig auf mehrere Ministerien verteilt werden, befürchte ich, dass vieles komplizierter und langsamer wird.
Die Zerstückelung der sportpolitischen Zuständigkeiten auf drei Ministerien ist ein bürokratischer Irrweg. Natürlich kann die Verbindung von Sport und Bau sinnvoll sein, etwa bei Hallen oder Sportstätten. Trotzdem sollte der Sport aus meiner Sicht als Ganzes betrachtet werden. Gerade der Breitensport verbindet Generationen, fördert Gesundheit und schafft Gemeinschaft – oft ganz unspektakulär, aber mit großer Wirkung für unsere Gesellschaft.
Ich finde deshalb, dass der Sport auch politisch sichtbar bleiben sollte. Dass er künftig nicht einmal mehr im Namen eines Ministeriums auftaucht, empfinde ich als falsches Signal gegenüber den vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen.
Vielleicht ergeben sich aus den neuen Strukturen auch Chancen. Damit das funktioniert, braucht es aber vor allem klare Zuständigkeiten, verlässliche Ansprechpartner und ein echtes Verständnis dafür, welche Bedeutung der Sport im Alltag vieler Menschen hat.
Der Sport darf nicht im Nebel der Zuständigkeiten verschwinden, sondern muss als das erkennbar sein, was er ist: eine tragende Säule unserer Gesellschaft.
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