Uwe Jirikovsky, Aichtal. Zum Artikel „Jahrhundert-Projekt in Aichtal: Das Aichum gerät ins Wanken“ vom 27. August.
Karl Schlecht wollte mit dem Aichum weit mehr schaffen als einen neuen Sitz für seine Stiftung. Ich war bei der damaligen Vorstellung beim BDS Aichtal dabei und habe mich anschließend persönlich mit ihm über das Projekt unterhalten. Besonders die Idee, Start-ups gezielt nach Aichtal zu holen und hier anzusiedeln, hielt ich für zukunftsweisend. Schlecht dachte dabei größer als bis zur Grundstücksgrenze des Aichum. In Anwesenheit von Landtagsabgeordneten brachte er sogar einen direkten Anschluss Aichtals an die B27 ins Gespräch – ausdrücklich im Interesse aller Unternehmen vor Ort. Umso bedauerlicher wäre es, wenn von seiner Vision am Ende im Wesentlichen ein rund 2.000 Quadratmeter großer Stiftungssitz für etwa 30 Mitarbeiter übrig bliebe. Das wäre nicht das Aichum, für das die Stadt begehrte Gewerbeflächen bereitgestellt und ihre Vergabeentscheidung auf ein besonderes Gesamtprojekt gestützt hat. Bei rund 300 Bewerbern war das eine besondere Entscheidung – und daran war ein besonderer Nutzen für Aichtal geknüpft.
Der Kern muss erhalten bleiben: Stiftung, Gesundheitszentrum, Kita, ergänzende Versorgung, Start-Ups, neue Unternehmen und Arbeitsplätze – verbunden mit einer architektonischen Landmarke und regionaler Ausstrahlung. Genau diese Mischung machte das Aichum zu einem Leuchtturmprojekt für Gesundheit, Betreuung, Unternehmertum, Innovation und regionale Identität. Über einzelne Nutzungen und Architektur kann man neu nachdenken. Aber der Anspruch darf nicht schrumpfen. Karl Schlecht wollte einen Zukunftsimpuls für Aichtal schaffen. Genau daran sollte sich die weitere Planung messen lassen. Wenn dieser Mehrwert nicht mehr realisiert werden soll, wäre eine Rückabwicklung der Grundstücksvergabe konsequenter.
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