Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Grenzt an Realitätsverlust“ vom 24. Oktober.
Zwei Leserbriefe, zwei völlig unterschiedliche Perspektiven. Während ich mich in meinem Leserbrief mit historischen und politischen Fehlbehauptungen auseinandersetze, wirft der Beitrag von Herrn Braun neue Fragen nach der Belastbarkeit seiner Behauptungen auf. Der Grundtenor meines Leserbriefs lautet: Die Demokratie muss halten, die Kanzlerschaft des Herrn Merz hingegen nicht unbedingt. Bei Herrn Braun erkenne ich dagegen Positionen, die ich als Angriff auf wichtige Errungenschaften unserer freiheitlichen Demokratie empfinde.
So ist die Energiewende keineswegs gescheitert, wie Herr Braun behauptet. Sie steht vor erheblichen Herausforderungen, hat aber längst beachtliche Fortschritte erzielt. Die energiepolitischen Vorstellungen von Bundeskanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche sehe ich dabei durchaus kritisch. Auch die Unterstützung der Ukraine ist eine Aufgabe, die freiheitsliebende Demokratinnen und Demokraten gemeinsam tragen müssen. Schließlich geht es um nicht weniger als die Verteidigung eines freien, demokratischen und weltoffenen Europas gegenüber dem russischen Angriffskrieg und den imperialen Ansprüchen des Kremls. Politischer Widerspruch allein schafft noch keine Gemeinsamkeit. Entscheidend ist, welche Werte und Vorstellungen dahinterstehen. Verteidigen wir also unsere Freiheit und unsere Demokratie. Die müssen halten. Die Kanzlerschaft des Herrn Merz hingegen ist ebenso wenig unverzichtbar wie das politische Weltbild des Herrn Braun.
Leserbriefe | 05.11.2026 - 05:00
Mehr Respekt gefordert
Gerhard Haller, Nürtingen.
Mit großem Befremden beobachte ich in jüngster Zeit die Debatten zwischen den Generationen. Es entsteht vermehrt der Eindruck, dass viele Vertreter der sogenannten Generation Z mit einer beunruhigenden Arroganz auf die ...