Maike Pfuderer, Stuttgart. Zu den Leserbriefen „In die Arme der AfD“ vom 29. Mai und „Gut für die AfD“ vom 30. Mai.
Wenn Leserbriefschreiber die Wahl einer rechtsradikalen und in Teilen verfassungsfeindlichen Partei damit zu erklären oder gar zu rechtfertigen versuchen, dass über muslimische Feiertage diskutiert wird oder sich Bürgerinnen und Bürger gegen Rechtsextremismus engagieren, zeigt das ein bedenkliches Demokratieverständnis.
In einem pluralistischen Staat muss die Debatte darüber erlaubt sein, wie unterschiedliche Religionsgemeinschaften berücksichtigt werden können. Daraus eine Bedrohung für Deutschland abzuleiten, ist weder sachlich noch verantwortungsvoll.
Ebenso gehört zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus zu den Grundlagen einer lebendigen Demokratie. Initiativen wie „Nürtingen ist bunt“ leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer sich für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde einsetzt, handelt nicht spaltend, sondern übernimmt Verantwortung für das Gemeinwesen.
Für Demokratinnen und Demokraten darf es keinerlei Rechtfertigung geben, Verfassungsfeinde zu wählen. Nicht Demokratie, Inklusion und gesellschaftliche Gerechtigkeit gefährden unser Land, sondern jene Stimmen, die Ressentiments schüren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewusst untergraben.
Das zitierte Schlagwort „Deutschland schafft sich ab“ steht genau für diese Art der Spaltung – und nicht für eine konstruktive demokratische Debatte.
Leserbriefe | 16.07.2026 - 05:00
Missgunst statt Solidarität
Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „Hohe Dunkelziffer bei Sozialhilfebetrug“ vom 13. Juli.
Das Land ächzt unter einer anwachsenden Alterung, weniger Kinder kommen, Migranten werden ausgeladen und ungenügend integriert, und dazu kommt die ...
Leserbriefe | 13.07.2026 - 05:00
Ein Land als Selbstbedienungsladen?
Ansgar Lottermann, Wendlingen. Zum Leserbrief „Gedanken in der Notaufnahme“ vom 1. Juli.
In dem Leserbrief ist ein kleiner, aber nicht unbedeutender Fehler enthalten: Die im Land neu geschaffenen 60 Stellen gehen nicht auf das Konto von CDU und SPD, ...